1. Pfarrgemeinde ringt um eigenen Pfarrer

    Petition Domkapitular Martin Tenge für Bischof Heiner überreicht

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    Der Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Maria vom heiligen Rosenkranz in Bad Nenndorf, Michael Lerche, soll im Sommer 2023 die Pfarrgemeinde verlassen und somit die vier Kirchenstandorte Bad Nenndorf, Hohnhorst, Lauenau und Rodenberg abgeben, um im Bistum Hildesheim eine neue Aufgabe zu übernehmen. Dagegen richtet sich Widerstand aus der Pfarrgemeinde. Eine kurzfristig anberaumte Unterschriftenaktion für eine Petition, analog und online, an der sich innerhalb von zwei Wochen 327 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner beteiligten, soll dies verhindern. Adressat ist der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, den sie bitten, diese Entscheidung zu überdenken. Organisiert wurde die Aktion von Irmgard Linker und Simone Lattwesen, die die Petition Domkapitular Martin Tenge, dem Leiter der Hauptabteilung Personal / Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim, anlässlich eines Firmgottesdienstes in Bad Nenndorf überreichten, der sie an den Bischof weiterleitete. Hintergrund der Entscheidung ist, dass für die gesamte Bad Nenndorfer Pfarrgemeinde ab Sommer des nächsten Jahres ein "überpfarrlicher Personaleinsatz" geplant ist. Dies habe man der Pfarrgemeinde bereits vor längerer Zeit mitgeteilt. "Diese Veränderung sollte eigentlich schon in diesem Jahr durchgeführt werden, sie wurde aber unter Berücksichtigung von örtlichen Zusammenhängen auf ein Jahr nach 2023 verschoben", erklärt Tenge gegenüber dieser Zeitung auf Anfrage. Pfarrer Markus Grabowski und sein Seelsorgeteam, bestehend aus zwei weiteren Priestern sowie zwei Gemeindereferentinnen und die bereits aktiven Diakone im Zivilberuf, würden die Nenndorfer Gemeinde von Stadthagen aus mitbetreuen und wären dann für insgesamt vier Pfarrgemeinden verantwortlich: Bückeburg, Stadthagen, Rinteln und Bad Nenndorf. Viele Gemeindemitglieder befürchten, "dass dadurch sowohl die Anzahl der Heiligen Messen als auch die so wichtige Seelsorge stark reduziert werden", erklärt Simone Lattwesen gegenüber dieser Zeitung. Der Domkapitular hält es für "möglich", dass sich die seelsorgliche Begleitung unter diesen neuen Gegebenheiten "quantitativ und qualitativ in der Bad Nenndorfer Gemeinde verändert". Dies sieht er unter anderem im Zusammenhang mit der offenen Frage, "ob jemand vom Team vor Ort wohnen wird, erreichbar ist und wie die Sakramentenspendung in Zukunft dann aussehen wird". Weil weniger Personal da ist, fehlen Möglichkeiten. "Wir werden über die Anliegen der Petition diskutieren und sehen, ob sich der Plan noch ändern lässt. Immerhin ist die Zahl der Unterschriften eine beachtliche Zahl." Man könne aber in Bad Nenndorf nicht automatisch davon ausgehen, "dass sich der Plan ändert", denn die Rahmenbedingungen, die zu dieser Entscheidung führten, hätten sich nicht verändert. Tenge: "Somit sind auch die Alternativen nicht groß." Sein Rat an die Gemeinde: Möglichst das Jahr bis zur Veränderung zu nutzen, um sich darauf einzustellen. Pfarrer Grabowski hatte und wird immer wieder zu Gesprächen hierfür einladen, so der Hinweis vom Personalchef. "In der kommenden Woche findet ein weiteres Gespräch mit Vertretern aus den dann vier zusammengelegten Pfarrgemeinden statt, die kooperieren sollen. "Ich bin selbst dabei." In den letzten Jahren wurden nicht nur im Bistum Hildesheim viele Pfarrgemeinden in ihrer Selbständigkeit einem überpfarrlichen Personaleinsatz zugeführt. Ein Grund dafür sind der Mangel an Priestern, Diakonen und Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten. Daher werden die vorhandenen Seelsorgerinnen und Seelsorger in größeren Gemeindeverbünden eingesetzt. Christian Kühnel aus Bad Nenndorf hat seine persönliche Meinung auf der Onlineseite der Petition hinterlassen. Dort schreibt er: "Ich möchte, dass Pfarrer Michael Lerche in Bad Nenndorf Ortspfarrer bleibt. Unser Pfarrer hat in den letzten Jahren so viel Positives bewirkt und angestoßen, nachdem hier so Einiges im Argen war nach über zwanzig Jahren Stillstand. Es kann auch nicht sein, dass die Kirche den Pfarrern immer mehr Verantwortung und Arbeit auferlegt und sie bald wegen Burnout ausfallen. Da stelle ich mich hinter die Priester, die hier bereits einen tollen Job machen."

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