Sterbende Menschen und ihre An- und Zugehörigen auf ihrem letzten Lebensweg begleiten, ist die Kernaufgabe ehrenamtlicher Hospizarbeit. Hierzu gehört auch eine qualifizierte und empathische Begleitung der Trauernden. Vierzehn ehrenamtliche Hospizmitarbeitende und zwei Hospizkoordinatorinnen haben sich im Rahmen einer Weiterbildung in "Systemischer Trauerbegleitung" auf diese wichtige Aufgabe vorbereitet. Trauer über den drohenden Verlust des Lebens, über den Verlust eines geliebten Menschen ist für die meisten Menschen eine tiefgreifende - für manche sogar eine existenzielle - Erfahrung. Insbesondere im Rahmen der Coronapandemie, wo direkte Begegnung zum Teil nur eingeschränkt oder gar nicht möglich war und ist, ist deutlich geworden, wie schmerzhaft dieser Teil des Verabschiedens und Loslassens für viele Menschen ist. Ehrenamtliche Hospizmitarbeitende bieten hier Halt, Orientierung und sind als geschulte Gesprächspartner für Sterbende und Hinterbliebene eine große Hilfe. Vor diesem Hintergrund hat das Hospiz- und Palliativnetzwerk Schaumburg e. V. in Kooperation mit dem Systemischen Institut Grimm und Voigtmann, Garbsen, eine 116 Stunden umfassende Qualifizierung - nach den Qualitätsstandards des Bundesverbandes Trauerbegleitung e. V. - für Mitarbeitende von Hospizdiensten in Schaumburg und angrenzenden Regionen organisiert. "In dem Kurs haben wir vielfältige Inhalte und hilfreiche Materialien vermittelt bekommen, sodass wir in der Praxis gut vorbereitet Trauergruppen und Trauer-Cafés für Menschen mit Verlusterfahrungen anbieten können", so ein Fazit der Teilnehmenden. Im Rahmen der Qualifizierung haben sich die Teilnehmenden mit ihren eigenen Erfahrungen zu Abschied, Tod und Trauer auseinandergesetzt und diese reflektiert. Informationen zu Trauertheorie und dem aktuellen Stand der Trauerforschung gehörten ebenso zu den Kursinhalten wie die Reflexion der in der Gesellschaft vorherrschenden Normen und Wertvorstellungen in Bezug auf Sterben, Tod und Trauer. Aber auch die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen und Inhalten des Trauerprozesses und die Entwicklung einer eigenen Konzeption zur Trauerbegleitung waren den erfahrenen Teamern des Systemischen Instituts, Anke Grimm und Christian Voigtmann, ein wichtiges Anliegen. Über einen Zeitrahmen von mehr als acht Monaten haben sich die Teilnehmenden in Nachmittags- und Tagessettings in den Räumen der katholischen St. Joseph Gemeinde in Stadthagen aber coronabedingt auch virtuell getroffen und theoretisches und praktisches Handwerkzeug für eine qualifizierte Trauerbegleitung und die Leitung von Gruppen erhalten, was sie nun in ihrer hospizlichen Arbeit anwenden können. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas hätten auch Freude und Lachen ihren Platz in dem Kurs gefunden, wie die Teilnehmenden berichteten. Die Weiterbildung wurde gefördert von der Hospizstiftung Niedersachsen und die Stiftung Trauerbegleitung und Bestattungskultur, Hannover und Niedersachsen. Eine Reihe von Organisationen gibt Betroffenen Unterstützung, darunter das Hospiz- und Palliativnetzwerk Schaumburg (05721/890 99 40/Info@palliativ-schaumburg.de) Foto: privat
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Trauernde qualifiziert und empathisch begleiten
Ehrenamtliche Hospizmitarbeitende bilden sich weiter
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