1. Deutlich mehr Betroffene und weniger Lebensmittel

    Tafeln des DRK stecken in tiefer Krise / Aufruf zu Spenden

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    Die Tafeln des DRK im Landkreis Schaumburg stehen angesichts eines deutlich gewachsenen Kreises von zu Versorgenden und eines geschrumpften Eingangs an Lebensmitteln vor einem schwerwiegenden Problem. "So geht es nicht weiter", betonte die zuständige Koordinatorin beim DRK-Kreisverband Heidi Niemeyer. Vereinzelt hätten schon Bedürftige für spätere Termine neu bestellt werden müssen, weil die Vorräte zur Neige gingen. Niemeyer sieht das Zusammenwirken mehrerer Ursachen, die in die schwierige Situation geführt hätten. Einerseits sei hier der starke Anstieg der Kosten für Energie und Lebensmittel. Dies habe zur Folge, dass mehr Bedürftige die Unterstützung der Tafeln in Anspruch nehmen würden. Hinzu komme, dass zunehmend Geflüchtete aus der Ukraine versorgt würden. Hamsterkäufe würden ebenfalls zur Misere beitragen. Im März habe sie 155 Menschen neu als zu Versorgende aufgenommen, berichtete Heidi Niemeyer. Ansonsten seien es monatlich etwa 30. Gleichzeitig sei der Eingang an Lebensmitteln deutlich zurückgegangen. Die Supermärkte würden weniger aussortierte frische Lebensmittel an die Tafeln abgeben. Offenbar werde hier zum Teil nach anderen, starker am Gesamtverkauf ausgerichteten System gearbeitet und genauer geplant. Außerdem würden Waren, die sonst kurz vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums an die Tafeln gegeben worden seien, nun noch vergünstigt an die Kunden verkauft. Hinzu komme, dass das Spendenaufkommen derzeit nicht so hoch sei, wahrscheinlich wirke sich auch hier die schwierige Gesamtlage aus. "Es ist eine ähnliche Lage wie zu Beginn der Pandemiezeit", erklärte Heidi Niemeyer, gerade an den großen Tafelstandorten in Rinteln und Stadthagen seien die Regale nur sehr spärlich bestückt, in Obernkirchen und Bad Nenndorf sehe es nicht viel besser aus. Vor diesem Hintergrund seien die DRK-Tafeln dringend auf Spenden angewiesen, "wir brauche Hilfe", hielt die Koordinatorin fest. Dabei gehe es sowohl um Lebensmittel, als auch um Geldspenden, um die Laufenden Kosten für die Miete der Standorte oder den benötigten Treibstoff für die Fahrzeuge zu zahlen. Ebenso appelliere sie an die Märkte sich solidarisch zu zeigen und Lebensmittel vielleicht abzugeben, bevor der letzte Versuch gescheitert ist, sie vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch abzuverkaufen. Schon in der Pandemie hätten die Bürger mit einer großen Spendenbereitschaft ausgeholfen, sie hoffe nun auf eine ähnliche Unterstützung, so Niemeyer. Foto: bb

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