Für Klaus Pittak, Vorsitzender DEHOGA Kreisverband Schaumburg, ist der Wegfall der Maskenpflicht ein wichtiger "Schritt in Richtung Normalität". "Wir in Deutschland müssen ja nicht in ganz Europa die letzten sein, die die Maßnahmen zurückfahren", betont er. Unabhängig davon bleiben in seinem Haus, dem Grandhotel ESPLANADE in Bad Nenndorf, "die Hygienemaßnahmen für die Angestellten auch weiterhin bestehen. Das Personal wird weiter Masken tragen". Letztlich auch aus Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter, hebt Pittak hervor. "Ich glaube, dass die anderen Betriebe das ebenso händeln werden." Pittak sieht in der Neuregelung auch den richtigen und noch rechtzeitigen Moment, um über die Neuregelung die Reißleine besonders für das Gastro- und Hotelgewerbe zu ziehen, "um zu verhindern, dass das ganze Gaststättengewerbe zerstört wird. Die Coronahilfen gelten nur noch für sechs Monate, dann ist Schluss. Und bis dahin müssen wir eine Öffnungsperspektive haben, die wir jetzt bieten können". Das Hotel- und Gaststättengewerbe werde hiermit in die Eigenverantwortung entlassen. "Wir können das. Ich bilde in sieben Berufen des Hotel- und Gaststättengewerbes aus. Hygiene gehört zum festen Lehrstoff und wird nahezu komplett über das gesamte erste Ausbildungsjahr unterrichtet." Diese Auffassung würden sich die anderen Gastronomen sicherlich anschließen, ist er sich sicher. Die für ihn wesentliche Veränderung mit der neuen Corona-Regelung ist, "dass sie die Möglichkeit eröffnet, Hygienemaßnahmen situationsentsprechend ergreifen zu können". Sein Beispiel: "In unserem Betrieb stehen sechszehn Säle zur Verfügung. In diesen Sälen durfte ich, unabhängig von deren jeweiliger Größe, zeitweise maximal 25 Personen begrüßen. Wie sollte ich die denn sinnvoll aufteilen? Und in einer kleinen Kneipe, wo nur eine Theke steht, dürfen auch 25 Personen reingelassen werden. Und das nur, weil es pro Betrieb gezählt wurde." Jetzt könne man die Räumlichkeiten so nutzen, wie sie eigentlich auch gedacht sind. "Nach Eigenverantwortlichkeit der Gäste und der Betreiber", betont Pittak. Wenn jetzt Gäste kommen, die der Auffassung sind, man könne mit den neuen Regelungen zur Tagesordnung wie vor der Pandemie übergehen, dann heißt das, dass die Gäste es jetzt selbst entscheiden können. Pittak: "Bei einer Hochzeit beispielsweise. Dort dürfen sie die Maske abnehmen. Das hatten wir bislang nicht. Wir hatten den Fall, die komplette Hochzeitsgesellschaft war geimpft, aber das Brautpaar nicht." Bestimmte Dinge werde man aus der Pandemiezeit sicherlich übernehmen, so der Hotelier. Zum Beispiel das Außer-Haus-Angebot werde man beibehalten. "Wir haben im Kurort Bad Nenndorf viele ältere Gäste. Und die haben bis zum heutigen Tag, und bei den hohen Infektionszahlen, nicht unbegründet Angst. Dadurch haben wir immer noch einen hohen Anteil an Außer-Haus-Verkauf des Restaurants. Irgendwann werden sie auch wieder zu uns ins Haus kommen. Momentan bleiben sie noch an der Türe stehen und warten, bis ihnen ihre Bestellung gebracht wird." Es sei nicht zu erwarten, dass die Gäste gleich wiederkommen, ist seine Einschätzung. "Die Hemmschwelle ist jetzt aufgehoben. Aber bis sie wiederkommen, wird es noch lange dauern. Im Hotel mindestens drei Monate, bis wir wieder eine wirtschaftliche Größe haben." Er leite ein Tagungshotel, dass somit ununterbrochen in Kontakt mit den großen Firmen stehe. Von daher wisse er genau, "solange die touristischen Reisen nicht erlaubt sind, bucht auch kein Arbeitgeber irgendwo eine Tagung. Und so lange die Zahlen so hoch sind oder überhaupt eine Gefahr für die Mitarbeiter besteht, wird es auch keiner machen. Vor Mai wird es mit Geschäftsreisen nichts werden." Und zusätzlich spielt der Krieg in der Ukraine eine große Rolle. "Auch bei normalen Geschäftsreisen, die wir hatten, ist seit dem Ukrainekrieg ein Einbruch um Zweidrittel zu verzeichnen. - Es geht also nicht nur um Mehl und Öl", fügt er an und bedauert entsprechende Folgen durch pandemische Auflagen und Kriegsauswirkungen: "Im Landkreis haben bereits zehn größere und auch traditionsreiche Hotels aufgehört."
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Klaus Pittak – Vorsitzender DEHOGA Kreisverband Schaumburg
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