"Ich freue mich, dass wir für den Landkreis Schaumburg den niedrigsten Stand an Straftaten der letzten 33 Jahre vermelden können. Insgesamt wird einmal mehr deutlich: Sie leben sicher im Landkreis Schaumburg," sagt Mathias Schröder, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg in seiner Einleitung zur Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2021. Mit 65,85 % hat die PI den höchsten Stand bei der Aufklärungsquote seit 1988 gehalten. In dem umfangreichen Zahlenwerk wird die Kriminalitätsentwicklung der vergangenen 10 Jahre betrachtet und verglichen. Kriminalitätsaufkommen, Aufklärungsquote, Häufigkeitszahl, wer sind die Täter, besondere Phänomene und einzelne Deliktsbereiche werden beleuchtet. Im ersten Teil in dieser Ausgabe widmen wir uns den allgemeinen Aussagen und Entwicklungen. In einem zweiten Teil wenden wir uns einzelnen Deliktsbereichen zu. Nachdem die Zahl der Straftaten bereits 2020 rückläufig war, von 10.419 im Jahr 2019 auf 8.654 im Jahr 2020, registrierte die PI für 2021 insgesamt 7.853 Taten. Diese Zahl stellt den niedrigsten Stand der letzten 33 (!) Jahre dar. Der Leiter der PI Nienburg/Schaumburg hob in seiner Einführung hervor, dass zwar Corona-bedingt mangels Tatgelegenheiten weniger Einbrüche begangen wurden - die Menschen waren häufiger zu Hause-, ein weiterer Grund jedoch sicherlich in der intensiven Anstrengung bei der Kriminalitätsbekämpfung und -verhütung zu finden sei. Beim schweren Diebstahl, z.B. Einbrüchen, ging die Zahl der registrierten Taten um über ein Drittel zurück. Einen erfreulich gegenläufigen Trend zur Straftatenentwicklung zeigt die Aufklärungsquote. "Höchste Aufklärungsquote seit 1988 gehalten!" (lesen Sie dazu auch das Interview mit Kriminaldirektor Andreas Tschirner im Kasten). Eine weitere, sehr aussagekräftige Zahl in der Statistik ist die sogenannte Häufigkeitszahl. Diese gibt an, wie viele Straftaten je 100.000 Einwohner registriert wurden. Damit sind auch Betrachtungen und besonders Vergleiche mit anderen Regionen Niedersachsens möglich. Auf Landeseben lag eben diese Zahl im Jahr 2020 bei 6.219, im selben Jahr in Schaumburg bei 5.483 und damit 736 weniger. 2021 lag die durchschnittliche Kriminalitätsbelastung in Niedersachsen bei 5.899. In Schaumburg wurden erstmalig weniger als 5.000 Straftaten/100.000 Einwohner gezählt, genau 4.985. Mit 914 Taten weniger als der Landesdurchschnitt ist der Abstand noch größer geworden und "…die Bevölkerung statistisch weit weniger gefährdet ist, einer Straftat zum Opfer zu fallen," lautet eine Aussage in der Veröffentlichung der PI. "Die Sicherheit im Landkreis Schaumburg ist weiter gestiegen," so der Leiter der Polizeiinspektion. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PI Nienburg/Schaumburg haben hervorragende Arbeit für sie geleistet!" Zur Anzahl der Tatverdächtigen führt die Pressemeldung der Polizei aus: "Sie dürfen sich nicht sicher fühlen - Zahl der Tatverdächtigen im Verhältnis weiter gestiegen." Bei einem Rückgang der Gesamtstraftaten um über 9 %, ermittelte die Polizei mit 3.775 Tatverdächtigen prozentual mehr Täter. Daneben wird ein weiterer erfreulicher Trend in der Statistik bei den ermittelten Tatverdächtigen deutlich. 2020 machte der Anteil der jungen Tatverdächtigen unter 21 Jahren noch 19,92 % aus. 2021 ging diese Zahl auf 17,99 % zurück. "Die These, dass junge Menschen immer krimineller würden, hat für den Landkries Schaumburg damit erneut keinen Bestand," heißt es in der polizeilichen Veröffentlichung. Insgesamt kamen 2021 900 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende (bis 21 Jahre) als Tatverdächtige in Betracht. Im zweiten Teil der Berichterstattung in der nächsten Ausgabe über das Kriminalitätsgeschehen in Schaumburg im Jahr 2021 werden einzelne Deliktsfelder betrachtet. Unter anderem wurde der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Andreas Tschirner zum Phänomen "sexualisierte Gewalt gegen Kinder" interviewt.
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Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 für den Landkreis Schaumburg
Teil 1 – Straftatenaufkommen, Aufklärungsquote, Häufigkeitszahl, allgemeine Entwicklung
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