Seit nunmehr zwei Wochen wütet der Angriffskrieg, angeordnet von Russlands Präsidenten Vladimir Putin, in der Ukraine. Nach Angaben verschiedener internationaler Institutionen, sind bereits jetzt weit über eine Million Menschen auf der Flucht aus dem Kriegsgebiet. Der Landkreis Schaumburg bereitet sich darauf vor, in den nächsten Tagen zunehmend zugewiesene Flüchtlinge aufzunehmen und auf die zur Verfügung stehenden Unterkünfte zu verteilen. Am vergangenen Mittwoch setzte sich erstmalig ein 15-köpfiger Koordinierungsstab beim Landkreis zusammen, um die Strukturen festzulegen und die Netzwerke zu festigen. Dieser Koordinierungsstab wird sukzessive kurzfristig personell weiter aufgebaut und mündet in einen festen Krisenstab. Beteiligt sind auf Landkreisseite bereits das Sozialamt, das Ordnungsamt, die Ausländerbehörde, das Jugendamt, die Leitstelle für Migration und Teilhabe sowie das Gesundheitsamt. Zusätzlich stehen die Verantwortlichen in engem Kontakt zu den Wohlfahrtsverbänden, den Kirchen, der Feuerwehr und dem THW. Bisher sind laut Angaben des ersten Kreisrates auf dem angemeldeten Weg nur sehr wenige Flüchtlinge in Schaumburg angekommen. Ein Bus mit 25 von der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LabNi) zugewiesenen Flüchtlingen erreichte Schaumburg am Donnerstag. "Wir können zurzeit noch keine verlässlichen Zahlen zu den erwarteten Flüchtlingszahlen sagen", sagt Heimann, "ein Großteil der Menschen kommen über familiäre oder andere privaten Verbindungen nach Deutschland und sind offiziell noch gar nicht erfasst." Bundesweit wird dazu derzeit eine Struktur aufgebaut, Niedersachsen spielt dabei eine zentrale Rolle. Seit Mittwoch dient der Messebahnhof Laatzen bei Hannover als zentraler Bahnhof für ankommende Flüchtlinge aus Richtung Osten. Von diesem Drehkreuz aus werden zukünftig die registrierten Menschen auf alle Bundesländer verteilt. Nach offiziellen Angaben soll berücksichtigt werden, wenn bereits persönliche Beziehungen in einem bestimmten Bereich vorliegen. Am Drehkreuz Messebahnhof rechnet Landkreis-Dezernent Heimann nach vorsichtigen Schätzungen mit zunächst einem ankommenden Zug täglich mit ca. 500 Personen. Nach dem Aufenthaltsgesetz dürfen die geflüchteten Frauen, Männer und Kinder zunächst 3 Monate ohne Bedingungen in Deutschland bleiben. Dieses Aufenthaltsrecht kann kurzfristig auf ein Jahr verlängert und im Anschluss bis zu drei Jahren ausgedehnt werden. Wie es um die derzeitige Wohnraumsituation in Schaumburg aussieht, wie das Angebot aus privatem Umfeld aussieht und wie sich alle Schaumburgerinnen und Schaumburger an der Hilfe beteiligen können, lesen Sie weiter auf Seite 3.
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Landkreis bereitet sich auf Flüchtlingswelle vor
Koordinierungsstab gebildet – bisher wenige Flüchtlinge in Schaumburg
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