"Ylenia" bedeutet eigentlich "Die Schöne, die Strahlende" oder auch "wunderschöne Sonne". Das Tiefdruckgebiet "Ylenia", alles andere als eine "wunderschöne Sonne", erhielt ihren Namen wie alle Tief- und Hochdruckgebiete vom Institut für Meteorologie der FU Berlin im Rahmen der Aktion "Wetterpate". Hier kann man sich mit seinem Namen bewerben und ein Hoch kostet 360 Euro, ein Tief 240 Euro. Während das Tief "Ylenia" über das Schaumburger Land fegte, rissen die orkanartigen Windböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 120 km/h bereits Bäume um und verschafften den Feuerwehren im Landkreis Arbeit. Auch gab es Verkehrsunfälle durch umstürzende Bäume, unter anderem auf der Extertalstraße, wo ein Polizeibeamter auf dem Weg zum Dienst Glück hatte, dass der umstürzende Baum nur die Front seines VW Bullis traf und er unverletzt blieb. Allerdings folgte auf "Ylenia" noch in kurzem Abstand "Zeynep". "Zeynep" ist übersetzt aus der arabischen Sprache eine "Wüstenblume" oder auch "Schmuck des Vaters". Und "Zeynep" hatte noch weit höhere Windgeschwindigkeiten im Gepäck als "Ylenia". In der Spitze wurden über 170 km/h gemeldet an der Nordseeküste und das hielten auch einige Rintelner Bäume nicht aus. Der Blumenwall war gesperrt wegen herabfallender Äste, am Kollegienplatz fiel eine Linde um, eine weitere musste gefällt werden. Es stellte sich heraus, dass die Linden im Bodenbereich bereits vorgeschädigt waren. Ein Grund für den unsicheren Stand der Bäume lag auch im durch den Regen aufgeweichten Boden. Die Wurzeln konnten da dem Druck durch den Wind nicht mehr standhalten. An der Hartlerstraße brach ein dicker Ast einer der historischen Platanen ab. Glück im Unglück; niemand kam zu Schaden. Allerdings musste der Bauhof am Samstag ausrücken, und Schäden und Gefahrenstellen beseitigen. Die Feuerwehren der Stadt rückten zu fast 50 Einsatzstellen aus, zumeist waren es umgestürzte Bäume. Ein Baum fiel auf ein Haus "Unter dem Hopfenberge", im Exterfeld wurde ein Pkw von einem umstürzenden Baum getroffen. Der Fahrer wurde verletzt. In der sogenannten "Pomona Kurve" fiel ein Baum um, in der Ostertorstraße wurden Bäume beschädigt und die in Rinteln schon mehrfach tätige Baumsachverständige Antje Wiskow hatte alle Hände voll zu tun, als sie mit dem Bauhof-Team auf Tour ging, um die Standfestigkeit von geschädigten Bäumen zu begutachten. Immer wieder bei Stürmen im Fokus der Feuerwehren sind auch die Straßen im Taubenberg. Der Orkan "Kyrill" am 18. Januar 2007 riss große Schneisen in den Taubenberg. Das war diesmal nicht der Fall. Doch weiterhin wird vor dem Betreten von Wäldern zur Vorsicht gemahnt, denn viele Bäume liegen quer oder sind nicht standsicher. Weitere Einsätze vermeldeten die Ortswehren Rinteln durch "fliegende Trampoline", die Zelthalle der Ortswehr Uchtdorf musste mit einem Trecker gesichert werden und auch die steigenden Pegel der Bäche und der Weser machten Arbeit. So lief beispielsweise ein Keller durch Exterhochwasser voll. Aus vielen Rintelner Ortsteilen wurden weitere umgestürzte Bäume gemeldet.
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"Ylenia" und "Zeynep" sorgen für Schäden
Unfälle, umgestürzte Bäume, herabfallende Dachziegel und Warnmeldung: "Bleiben Sie Zuhause!"
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