1. Lesen ist Leben

    (akz-o) Thema ist der Frühling: „Im Winter verfallen die Pflanzen in eine Starre“, liest Lesementorin Katja Sander „Und was machen die Pflanzen im Frühjahr?“, hakt sie bei Lesekind Lina nach.

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    Die Achtjährige versucht den Text, der vor ihnen auf dem Tisch liegt, weiterzulesen: "Sie tauchen auf .... Äh? Moment!?" Katja Sander hilft beim Lesen und erklärt den Textinhalt. Die 43-Jährige ist eine von 13.000 Lesementorinnen und -mentoren, die beim gemeinnützigen Mentor − Die Leselernhelfer Bundesverband ehrenamtlich 16.600 Kinder und Jugendliche fördern. Der Bedarf ist enorm: Vor der Pandemie konnten 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend lesen! Die coronabedingten Schulschließungen haben zu einer weiteren dramatischen Abwärtsspirale in der Lesekompetenz geführt. Daher sucht der Verband dringend neue Mentorinnen und Mentoren, erläutert Margret Schaaf, 1. Vorsitzende des Mentor - Die Leselernhelfer Bundesverbands e.V.: "Viele Erst- und Zweitklässler haben in den letzten anderthalb Jahren überhaupt nicht richtig lesen gelernt. Sie und andere Schülerinnen und Schüler unterstützen wir dabei, die großen Lücken, die durch Corona entstanden sind, zu schließen." Hoher Bedarf an Lese- und Lernförderung Immer mehr Schulen fragen die individuelle Förderung an, berichtet Margret Schaaf: "Der Bedarf an Lese- und Lernförderung ist so groß wie noch nie in den letzten 20 Jahren. Daher rufen wir jeden Erwachsenen dringend dazu auf, sich solidarisch mit den jungen Menschen zu zeigen und sich in der Leseförderung zu engagieren." Das Lesen ist deshalb so wichtig, weil es die Basis für das Lernen in allen Fächern, für einen Schulabschluss und die Berufsausbildung ist. Lesen ist Leben. Die Kinder und Jugendlichen profitieren auch von der Aufmerksamkeit, die die Erwachsenen ihnen jede Woche mindestens ein Jahr lang schenken. Eine vertrauensvolle Beziehung gehört ebenso zum bewährten Förderkonzept wie das 1:1-Prinzip: Eine Mentorin oder ein Mentor fördert jeweils ein Kind. So stärken sie auch das Selbstbewusstsein der kleinen Leser. Dafür sucht der Verband 2022 deutschlandweit, aber vor allem in Ostdeutschland, Ehrenamtliche, die neue Vereine gründen. Denn im Osten liegen nur acht der 105 regionalen Vereine des Verbands. Sie begleiten und qualifizieren die Mentoren und übernehmen die Organisation mit den Schulen. Die Lehrkräfte wählen die Kinder wie Lina aus. Sie und Katja Sander treffen sich jeden Donnerstag in einem freien Klassenzimmer. "Es ist eine freundschaftliche Verabredung zum Lesen und Lina macht super schnell Fortschritte", fasst die Mentorin zusammen. Wer sich ebenfalls engagieren möchte, findet Infos auf www.mentor-bundesverband.de. Der Verband sucht noch Unternehmen als Förderer und ist auch für Spenden aus der Wirtschaft und von privaten Haushalten dankbar.

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