1. Gaspreis erhöht sich um 14,7 Prozent

    Stadtwerke präsentieren Preisentwicklung für 2022 / Strompreis bleibt stabil

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    BÜCKEBURG/LANDKREIS (nh). Ein letztes Mal nach einer Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Schaumburg-Lippe begrüßte Reiner Brombach zur Präsentation der Preisentwicklung im kommenden Jahr. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende ist Stadthagen Bürgermeister Oliver Theiss, nach der Hälfte der Periode wird dieser sich mit Bückeburgs Bürgermeister Axel Wohlgemuth, derzeit Aufsichtsratsmitglied, abwechseln. Doch die für Verbraucher wichtigsten Nachrichten aus der Aussichtsratssitzung: Während der Strompreis im kommenden Jahr stabil und unverändert bleibt, erwartet Stadtwerke-Kunden eine Gaspreiserhöhung um 0,8 Cent netto beziehungsweise 0,95 Cent brutto je Kilowattstunde - das entspricht einer Anhebung von 14,7 Prozent. Dass die Energiepreise allerorts steigen ist im aller Munde - die Erhöhung der Netzentgelte und der CO2-Bepreisung und außergewöhnliche Bedingungen an den Energiemärkten wie die Einführung des nationalen Emissionshandelssystems schlagen sich auf die Kosten nieder, auch die Haushalte der Stadtwerke-Kunden bleiben davon leider nicht verschont. Doch aufgrund einer cleveren Einkaufsphilosophie konnten Geschäftsführer Dirk Rabeneck und die Aufsichtsratsmitglieder nun einen stabil bleibenden Strompreis und lediglich eine "moderate" Gaspreiserhöhung um 0,95 Cent die Kilowattstunde bei gleichbleibendem Grundpreis für alle Gastarife verkünden. Für einen Durchschnittshaushalt im "GasVario-Tarif" mit einem jährlichen Gasbedarf von rund 20.000 Kilowattstunden im Jahr bedeutet das Mehrkosten von rund 190 Euro. "Verantwortlich für die "Hochpreisphase" mit extrem hohen Erdgaspreisen sind einige unterschiedliche Ursachen, wie unter anderem eine erhöhte Nachfrage, vor allem auf den asiatischen Märkten", erklärt Rabeneck im Pressegespräch. Zudem habe der kalte und lange Winter, der höhere Einsatz von Gaskraftwerken aufgrund schwacher Stromeinspeisungen der erneuerbaren Energien wegen zu wenig Wind und Sonne in 2022 für niedrige Stände in den Gasspeichern gesorgt. "Die Speicher sind leer und alle wollen sie noch schnell auffüllen", so Rabeneck. Die langfristige Beschaffungsstrategie habe jedoch dazu beigetragen, dass die Preisturbulenzen etwas abgefedert werden konnten und die Preissteigerungen, im Vergleich zur Marktentwicklung, bei den Stadtwerken moderat ausfallen würden. "Der richtige Zeitpunkt zum Einkaufen ist die Kunst. Mit diesem System minimieren wir das Preisrisiko, sind aber nicht gänzlich frei von diesen Einflüssen auf unsere Preise", erläutert Rabeneck. Der Strompreis hingegen könne auch deswegen stabil gehalten werden, weil durch die Senkung der EEG-Umlage von 6,5 auf 3,7 Cent die hohen Beschaffungskosten kompensiert würden. Mit dem langfristigen Einkauf von Energie in mehreren Trancen zu mehreren Zeitpunkten können die Stadtwerke den Kunden Energie zu angemessenen Preisen liefern. Mit einem Blick auf die nähere Zukunft könnten sich die Preise weiter entwickeln. So könnte der Gaspreis eventuell etwas gedämpft werden, wenn die Gaspipeline "Nord-Stream" an den Start gehe. Als neues Produkt haben die Stadtwerke den "Sanierungsfahrplan"im Angebot, bei dem Kunden ihre Gebäude mit kleinem Eigenanteil energetisch beurteilen lassen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen können. Für "Häuslebauer" sei es zudem sinnvoll, über den Einbau einer Wärmepumpe statt einer Gasheizung nachzudenken, da zu erwarten sei, dass künftig der Gasverbrauch zugunsten von Strom rückläufig sein werde. "Das wird auch für uns spannend. Grüne Gase spielen ebenfalls eine Rolle und könnten Erdgas substituieren. Daher ist es aufregend, wie sich der Markt in den kommenden zehn bis 30 Jahren entwickeln wird. Doch die Kunden sich immer gut bei uns aufgehoben", verspricht Rabeneck. Foto: nh

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