1. Gefahrgut-Austritt

    Stundenlanger Feuerwehreinsatz/Chaos auf Umleitungsstrecken

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    LAUENAU (al). Ein auf den Vordermann aufgefahrener Lastzug hat am Mittwoch zu erheblichem Aufwand von Feuerwehren und zu einem Chaos auf den Umleitungsstrecken gesorgt. Mehr als sechs Stunden blieb die Autobahn zwischen Lauenau und Bad Nenndorf voll gesperrt. Bis zu 110 Helfer waren rund neun Stunden im Einsatz. Kurz vor 10 Uhr am Morgen hatte ein 53-jähriger Fahrer ein Stauende übersehen und krachte mit seiner Zugmaschine in einen haltenden Sattelschlepper. Dabei erlitt er Verletzungen, konnte sich aber selbst noch aus der völlig deformierten Kabine befreien. Der Aufprall löste jedoch auf der Ladefläche des vorausfahrenden Fahrzeugs eine Kettenreaktion aus. Eine Eisenstange beschädigte einen tausend Liter fassenden Kunststoffcontainer. Dabei traten rund 200 Liter einer ätzenden Flüssigkeit aus. Sofort wurde von den eintreffenden Wehren Großalarm ausgelöst, bei der neben der Umweltschutzeinheit des Landkreises Schaumburg auch der Dekontaminationszug der Samtgemeinde-Feuerwehr gerufen wurde. Unterdessen war der Bereich großräumig abgesperrt worden. Davon war auch ein parallel verlaufender Feldweg betroffen, an dem sich Schaulustige versammelt hatten. Diese wurden gebeten, einen Sicherheitsabstand von hundert Metern einzuhalten. Feuerwehrleute in kompletten Chemikalienschutzanzügen pumpten die im geborstenen Container verbliebenen 800 Liter der inzwischen als Eisen-II-Chlorid ermittelten Flüssigkeit in neue Behälter ab. Andere Kräfte dichteten die Regenwassereinläufe ab, damit der Gefahrstoff nicht versickern konnte. Einsatzleiter Stefan Ostermeier erklärte gegenüber Medienvertretern, dass zunächst der eigene Schutz der Einsatzkräfte hatte gesichert werden müssen, bevor weitere Maßnahmen an dem Havaristen erfolgen konnten. Für die Entsorgung der Chemikalien wurde ein Spezialunternehmen angefordert. Neben den Feuerwehrleuten waren Polizei, Autobahnmeisterei, ein Vertreter der Unteren Wasserbehörde sowie mehrere Rettungswagen des DRK Schaumburg und aus Bad Münder im Einsatz. Durch die Vollsperrung kam es zum Teil zu chaotischen Zuständen auf den Umleitungs- und Nebenstrecken im Bereich zwischen Bad Eilsen und Bad Nenndorf. Besonders betroffen waren Apelern und selbst der Innenstadtbereich von Rodenberg. Erst in den Abendstunden lösten sich die Staus auf. Auf der Autobahn blieb der rechte Fahrstreifen noch am Donnerstagmorgen wegen fälliger Reinigungsarbeiten zeitweilig gesperrt. Foto: ffw

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