RINTELN (ste). Wohl dem, der über eine große Reithalle verfügt. Denn der dort vorhandene Platz macht es möglich, unter den besonderen hygienischen Vorschriften in der Coronazeit eine Jahreshauptversammlung abzuhalten; fast wie im Freien. Der Rintelner Reitverein hatte sich natürlich zuvor beim Landkreis Schaumburg erkundigt, ob eine Präsenzveranstaltung unter diesen besonderen Bedingungen möglich ist. Der Vorstand um Vorsitzende Ina Müller hatte zudem noch eine Kontaktliste am Eingang vorbereitet und sorgte natürlich für Desinfektionsmittel, damit die Risiken so gut wie möglich minimiert wurden. Und auch der Mundschutz wurde immer dann getragen, wenn der Mindestabstand unterschritten wurde. Alles im grünen Bereich also, wenn es um die Frage der Vorsicht vor der Verbreitung des Virus ging. Ob dieser "Grüne Bereich" auch für das Vereinsleben gilt, das konnten die 24 Mitglieder dann bei den Berichten aus dem Vorstand hören. Das, was der Rintelner Reit- und Fahrverein aus dem letzten Jahr zu berichten hatte, gilt vermutlich 1:1 für viele andere Vereine auch. "Es war ein kritisches Jahr", so Ina Müller. Die beiden großen Frühjahrs- und Herbstturniere fielen aus, das vereinsinterne Turnier konnte nicht stattfinden und auch sonst war es eher mau, was das Vereinsleben anging. Auch wirtschaftlich stellte 2020 den Verein vor Herausforderungen. Schatzmeisterin Nicole Pohl musste von 65 Prozent weniger Reiteinnahmen berichten und auch in der Sparte Ponyclub und Voltigieren ging es mit den Einnahmen rapide bergab. Über Wasser halten konnte sich der Verein nur, weil auch die Kosten - zum Beispiel für Personal im Reitbetrieb - massiv nach unten gingen und weil es Fördermittel vom Landessportbund, PSV und der Stadt Rinteln (Untersützung für das Ehrenamt) gab. Geplante Projekte, wie etwa die Umrüstung der Hallenbeleuchtung auf LED, mussten zurückgestellt werden. So konnte das Jahr finanziell fast ausgeglichen abgeschlossen werden. Was man im vergangenen Jahr auch feststellen konnte, so Ina Müller, sei eine hohe Flexibilität und ein starker Zusammenhalt der Vereinsmitglieder mit einem hohen Maß an gegenseitiger Rücksicht. Zu den vier vereinseigenen Pferden konnte mit "Ingrid" eine zusätzliche Norwegerstute angeschafft werden. Da die Sommerweide in Friedrichswald im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung steht, sucht der Verein noch eine Weide für die Pferde in der Sommerpause: "Angebote nehmen wir gerne entgegen!" Reitlehrerin Sabine Evers konnte durch eine Sonderverordnung zum Sport mit lebenden Tieren zumindest einen kleinen Teil ihrer Ausbildungsarbeit im Verein verrichten. Für diese Saison sind noch einige wenige Plätze im Reitunterricht frei: "Sonst kommt man auf eine Warteliste!" Bei den anstehenden Wahlen zeigte sich, dass die Mitglieder (164 sind es insgesamt) mit der Arbeit ihres Vorstandes sehr zufrieden sind. Ina Müller (1. Vorsitzende), Claudia Rischer (1. Stellvertreterin), Karin Krömer (2. Stellvertreterin), Nicole Pohl (Kasse) und Silke Müller (Schriftführerin) wurden als geschäftsführender Vorstand wiedergewählt. Neubesetzungen gab es bei den Beisitzerinnen. Neu sind hier Sabine Evers, Lucy Schön und Alexa Rischer. Foto:ste
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Ein schwieriges Jahr
Positiver Nebeneffekt: Hohe Flexibilität und starker Zusammenhalt im Verein
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