1. Wohnungslos durch Corona Wohnu...

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    Wohnungslos durch Corona Wohnungsloser lebt in Kleinwagen / Wohnung und Arbeit gesucht STADTHAGEN (cs). Die Corona-Krise hat die Existenz von zahlreichen Menschen durcheinander gebracht, gefährdet oder sogar zerstört. Einer von ihnen ist Konstantin Perdikas. Der 40-Jährige lebte fast 20 Jahre in einer Wohnung in Hamburg. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Verkäufer im Einzelhandel, zuletzt über eine Zeitarbeitsfirma bei einem Händler für Autoteile. "Gelernt habe ich eigentlich Garten- und Landschaftsgärtner. Diesen Beruf habe ich allerdings nie ausgeübt. Verkauf ist der Punkt, der mich auch interessiert, der mir wirklich Spaß macht", erzählt er. Dann schlug vor die Pandemie zu: Durch die wirtschaftlich unsichere Lage und gesundheitliche Einschränkungen wurde Perdikas Arbeitsvertrag nicht verlängert. Das hohe Aufkommen an ähnlichen Fällen verzögerte die Bearbeitung seines Antrags auf Arbeitslosengeld. Nach drei Monaten ohne Miete zog seine Vermieterin schließlich die Reißleine und überreichte ihm die fristlose Kündigung. Nachdem er einige Wochen bei Freunden unterkommen konnte, kaufte er sich von seinem letzten Geld einen alten Kleinwagen und kam nach Stadthagen. Über die Freundin seines Vaters konnte er das Auto, eine Postadresse und ähnliches anmelden. Der Wagen dient ihm und seiner Husky-Hündin Buffy seit rund sechs Monaten als Schlafplatz. Die Wohnungslosenhilfe an der Krummen Straße unterstützt ihn auf der Suche nach einer Bleibe, trotz zahlreicher Besichtigungen bisher ohne Erfolg. "Die meisten Wohnungsbesitzer erlauben keine Hunde", erklärt Perdikas. Selbst in Obdachlosenunterkünfte kommt er so nicht hinein. Von Buffy trennen könne er sich allerdings auf keinen Fall: "Ich habe sie schon seit rund 12 Jahren. Sie ist stark auf mich geprägt. Ich habe sie mal eine Woche über den Urlaub zu einer Bekannten gegeben, da hat sie schon nichts mehr gefressen". Noch bis Ende Januar bekommt er Arbeitslosengeld, danach rutscht er in Hartz IV. Der Wohnungslose befürchtet, dass die Suche nach einer Unterkunft dann noch einmal gehörig schwieriger wird: "Viele Vermieter setzen den Mietpreis extra knapp über dem erlaubten maximalen Niveau für Hartz IV-Empfänger an. Sie wollen nicht, dass solche Leute bei ihnen einziehen." Mit dem Stereotyp habe er allerdings nichts zu tun: "Ich bin kein Alkoholiker, mit anderen Drogen habe ich erst recht nichts am Hut. Ich bin nicht einmal Raucher", betont der 40-Jährige. Eine Arbeit wolle er auch schnellstmöglich wieder aufnehmen. Am liebsten im Elektronik-Fachhandel, seinem Steckenpferd. Die Wohnung steht momentan jedoch an erster Stelle. Zum einen natürlich wegen der winterlichen Kälte, zum anderen, weil er sich mit guter Hygiene und einer eigenen Anschrift mehr Chancen bei Bewerbungsgesprächen ausrechnet. Wer Perdikas und Buffy mit einer Wohnungs- oder Jobangebot unterstützen möchte, kann ihn unter 015906763555 oder über die Wohnungslosenhilfe Stadthagen unter 05721 91845 erreichen. Foto: cs Bild 01: Konstantin Perdikas und Buffy suchen dringend nach einem neuen Zuhause. Bild 02: Frauke Harmening von der Wohnungslosenhilfe berät Konstantin Perdikas bei der Suche nach einer Unterkunft.

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