1. Auch für dieses neue Jahr hab...

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    Auch für dieses neue Jahr habe ich mir wieder gute Vorsätze gemacht. Manche guten Vorsätze, die ich mir gemacht hatte, habe ich schnell wieder fallen gelassen, weil ich merkte, dass ich das Ziel zu hoch gesteckt hatte. Andere wiederum habe ich tatsächlich angegangen. Zum Jahreswechsel habe ich lange überlegt, ob es in Zeiten von Sars-CoV-2 überhaupt einen Sinn macht, sich gute Vorsätze zurechtzulegen. Im vergangenen Jahr musste ich aufgrund des Lockdown und der geltenden Abstands-und Hygieneregeln immer wieder die Erfahrung machen, dass manche Pläne und Vorsätze in Epidemiezeiten eben nicht umsetzbar sind und sie schweren Herzens erstmal aufgeben. Die Planungszeiten für Projekte haben sich im letzten Jahr deutlich verkürzt und standen immer unter dem Vorzeichen, ob etwas überhaupt stattfinden kann. Letztes Jahr hatte ich den guten Vorsatz gefasst mehr Sport zu treiben und mich in einem Fitnessstudio angemeldet. In diesem Punkt hat es mit der Umsetzung eines guten Vorsatzes geklappt, denn dort bin ich regelmäßig gewesen, bis das Virus Deutschland erreichte und das Fitnessstudio schließen musste. Spaziergänge, Fahrradtouren und Gymnastik auf dem Wohnzimmerteppich waren mein Alternativprogramm, manchmal mit viel Überwindungskraft. So etwas wie ein guter Vorsatz für ein Jahr ist bei mir auch immer wieder die Jahreslosung. In diesem Jahr lautet sie: "Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!" aus dem Lukasevangelium 6, 36. Dieser Satz ist der sogenannten "Feldrede" von Jesus entnommen und er erläutert in dieser Rede, was es denn heißt, barmherzig zu sein: Richtet nicht über andere, verdammt niemanden, sondern vergebt einander eure Schuld und teilt, was ihr habt. Oder anders ausgedrückt: den Mitmenschen barmherzig mit den Augen der Liebe anzuschauen. Denn wer liebt, schaut nicht zuerst auf die Fehler, den Makel und die Schuld des Anderen, sondern er erkennt die Not, die es zu wenden gilt. Diese Not kann materieller Art sein, schließt aber auch seelische, geistige und körperliche Nöte ein. Und so möchte ich in diesem Jahr mit barmherzigen Augen der Liebe schauen. Das ist mein bewusster Vorsatz für dieses Jahr. Und wie man regelmäßig Sport treiben muss, um körperlich fit zu bleiben, so gilt das auch bei diesem Vorsatz. Mit liebenden Augen zu schauen, braucht eine regelmäßige Erinnerung, um es einzuüben. Sonst kann es passieren, dass ich schnell wieder in alte Gewohnheiten verfalle und mit den alten Augen gucke: Mit den Augen der Selbstgerechtigkeit, mit den Augen des Egoismus und mit den Augen des Neids, der Angst zu kurz zu kommen. Wieviel heller und freundlicher wird die Welt wohl werden, wenn ich mit Augen schaue, die einem liebenden Herzen entspringen? Ich bin neugierig, wie sich dieser Vorsatz wohl auf mein Leben in diesem Jahr auswirkt. Ich vertraue darauf, dass ich es immer mal wieder hinkriege, weil ich von Gott barmherzig angesehen werde als sein geliebtes Kind.

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