1. "Die Themen Depression und Suizid enttabuisieren"

    Andacht zum Welttag der Suizidprävention auf dem Bruchhof

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    STADTHAGEN/LANDKREIS (bb). Um Solidarität mit den Betroffenen und Angehörigen zu zeigen, um gemeinsam Mut und Kraft zu fassen sowie um auf ein oft noch tabuisierte Thema aufmerksam zu machen sind rund 50 Besucher zur Andacht unter dem Motto "Gemeinsam Hoffnung schöpfen" zusammengekommen. Das Schaumburger Bündnis gegen Depression und die St. Martini-Kirchengemeinde hatten die Veranstaltung am Welttag der Suizidprävention auf dem Bruchhofgelände organisiert. Sunita Schwarz, Koordinatorin des Schaumburger Bündnisses gegen Depression, hielt zu Beginn der Andacht fest: "Jeder kennt jemanden, der schon einmal richtig am Boden war". Mit der Veranstaltung solle ein Zeichen des Miteinanders und der Solidarität gesetzt werden für all jene, deren Kräfte zwischenzeitlich erschöpft seien. Sunita Schwarz zeigte auf, um welch schwerwiegendes Problem es geht. Rund 10.000 Menschen würden sich in Deutschland jedes Jahr das Leben nehmen. "Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch und Aids zusammen", verdeutlichte sie, bei jungen Menschen sei Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache. "Sie nehmen sich ihr Leben, weil sie verzweifelt sind, weil sie Hilfe brauchen, weil sie Depressionen haben, weil sie nicht mehr weiterwissen", so Schwarz. Etwa 90 Prozent der an Suizid Verstorbenen seien von Depressionen betroffen. Dabei gebe es Hilfsmöglichkeiten, die Suizide verhindern könnten. Krisenhotlines, Onlineangebote, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Freunde und Familie könnten wichtige Unterstützung leisten. Es sei sehr wichtig, diese Hilfsangebote bekannt zu machen und die Themen Depression und Suizid zu enttabuisieren. In der folgenden Andacht verlasen Teilnehmer "Hoffnungsgeschichten" mit jeweils persönlichem Bezug. Die besondere Atmosphäre der Veranstaltung auf dem Freigelände des Bruchhofes wurde untermalt durch die Stücke vorgetragen von Schülern und Dozenten der Musikschule Mensching. Pastor Jörg Böversen von der St. Martini-Kirchengemeinde betonte, dass Hoffnung für den Menschen "überlebenswichtig" sei. Diese könne im Gespräch, in Gesellschaft geweckt und gestärkt werden, jedem sei es hier möglich, wichtige Unterstützung zu leisten. Zum Ende der stimmungsvollen Andacht hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, "Hoffnungsfahnen" mit persönlichen Wünschen zu gestalten und aufzuhängen. Anschließend blieb Zeit zum persönlichen Austausch.Foto: bb

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