1. Kreative Ideen und kluge Köpfe sollen zukünftig Stadthagen voranbringen

    Wirtschaftsförderung: Kreatives Unternehmertum eines der Kernthemen / "Offen sein für Wagnisse und Experimente"

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    STADTHAGEN (bb). In der strategischen Ausrichtung der Wirtschaftsförderung Stadthagens sollen Innovation, kreatives Unternehmertum und Gründungen eine zentrale Rolle spielen. Die Wirtschaftsförderung der Kreisstadt sieht in diesem Bereich wachsende Chance auf Grundlage langfristiger, tiefgreifender Entwicklungen gerade auch für Standorte im ländlichen Raum. In vielen Köpfen mögen die Großstädte fest verankert sein, als das Umfeld, in dem junge, in zukunftsweisenden Geschäftsfeldern aktive Unternehmen gedeihen. Lars Masurek, Wirtschaftsförderer der Stadt Stadthagen, verweist jedoch auf einen sich längst abzeichnenden Wandel, der den ländlichen Raum als interessanten Standort für eine solche "kreative Szene" zunehmend in den Blick rücke. Zurückzuführen sei dies auf grundlegende Veränderungen in allen Lebensbereichen, wie die Digitalisierung und die damit einhergehende enge Verknüpfung und Vernetzung. Ein Schreibtisch und ein schneller Internetanschluss seien für viele Akteure dieser kreativen Szene schon ausreichende Ausstattung um beruflich tätig zu werden, egal wo sie sich befänden. Dieses innovative Milieu schaffe neue Geschäftsmodelle, die ein großes Wachstumspotential besäßen. Und sei durchaus bereit, sich auch in Kleinstädten wie in Stadthagen im ländlichen Raum anzusiedeln. Einem Autobahnanschluss beispielsweise komme im Zeitalter der Digitalisierung nicht mehr die große Bedeutung zu wie einst. Insgesamt ergebe sich eine deutliche Verschiebung des Gewichts von Standorteigenschaften für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region oder Stadt. Und zwar in eine Richtung, welche den ländlichen Räumen neue Chancen einräume. "Neue Chancen für den ländlichen Raum": Die deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten als in den Metropolen bei trotzdem guter Anbindung an die Kommunikationsströme über das Internet beispielsweise. Auch Trends wie der Wunsch nach Entschleunigung und Nachhaltigkeit würden hier eine Rolle spielen. Zudem sei die Möglichkeit, Entwicklungen mitzuprägen für Angehörige der Kreativszene von besonderem Reiz. Orte, Gebäude, Viertel, die eine Offenheit zur Mitgestaltung böten, seien interessant. Es sei davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie Trends wie den zur digitalen Kommunikation und andererseits zur Entschleunigung noch einmal einen Schub verleihen würden, so Masurek. Aufgabe der Wirtschaftsförderung sei es, diesem tiefgehenden Entwicklungstrend mit einer langfristigen Strategie zu begegnen und dessen Chancen zu nutzen. Und zwar geschehe dies nicht als bloße Krisenreaktion, in Folge des Verlustes von großen Industriearbeitgebern wie Faurecia. Eine solche strategische Ausrichtung sei ganz unabhängig davon eine wichtige Weichenstellung. Dabei ersetze sie nicht andere grundlegende Säulen der Wirtschaftsförderung wie die Bestandspflege und die Ansiedlung, sondern ergänze diese. "Offen für Wagnisse und Experimente sein": Masurek betonte, dass es um ein langfristig zu verfolgendes Ziel gehe, dessen Ergebnisse und Erfolge erst schrittweise sichtbar würden. Wichtige Grundvoraussetzung sei die Ausstattung mit der Infrastruktur für schnelles Internet, hier seien Fortschritte erreicht worden. Außerdem versuche die Stadt über die Initiative "Start Stadthagen" gemeinsam mit zahlreichen Partnern das Umfeld und die Atmosphäre fortzuentwickeln und zu pflegen, die für Angehörige der kreativen Szene und entsprechende Unternehmen attraktiv seien. Mit dem Gründerwettbewerb und der Business-Angel-Initiative zur Unterstützung von jungen Unternehmen durch Expertenwissen und Kapital oder der Förderung von Schülerfirmen seien hier bereits wichtige Schritte erfolgt, die auch außerhalb des Landkreises auf Stadthagen aufmerksam machen würden. Bedeutende Elemente seien zudem der Coworking-Space-Bereich "iKantine" im "Innovationspark Schaumburg" und des "Living-Care-Lab Schaumburg" in der Innenstadt. "Wir sind da deutlich vorangekommen", betonte Lars Masurek. Auch in Zukunft gelte es, auf diesem Weg offen für Wagnisse und Experimente zu sein. Verstärkt würden die Aktivitäten in Stadthagen in die überregionale Wahrnehmung gerückt, wie zum Beispiel über das "Living-Care-Lab" durch dessen zunehmende Verknüpfung, Messeauftritte und ähnliches. Auch wenn die Corona-Pandemie in diesem Bereich zunächst eine bremsende Wirkung entfaltet habe. Foto: archiv bb

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