1. "Ein wirksamer Mundschutz

    Nanopartikelspezialist Heinrich Iglseder spricht über seine Strategie zur

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    RODENBERG (jl). "Ich setze auf Euch und bin optimistisch!" Mit diesem Satz beendet Dr.-Ing. Heinrich Iglseder ein Rundschreiben, mit dem er nicht nur seinen Liebsten, sondern auch den Offiziellen der Deisterstadt eine Zehn-Punkte-Strategie zur Eindämmung des Corona-Virus an die Hand gibt. Es sind aber auch Worte, die sich die gesamte Bevölkerung als Maxime zu Herzen nehmen sollte. Iglseder, seit mehr als 35 Jahren ein Spezialist für Nanopartikel, verfolgt eine Idee, von der er überzeugt ist: "Dann wäre in vier Wochen der außer Kontrolle geratene Spuk eingedämmt." Er will einen Mundschutz mit regionalen Firmen selbst herstellen - wenn er nicht anders verfügbar ist. Denn eine flächendeckende Verordnung, nur noch geschützt das Haus zu verlassen, wäre seiner Meinung nach die wichtigste Prämisse, um die Virusausbreitung zu stoppen beziehungsweise stark einzudämmen, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. Denn: Das Problem sei die hohe Anzahl von Personen - in China seien es neun von zehn gewesen -, die nicht wissen, dass sie bereits infiziert sind und unbewusst andere anstecken. Dies führe zu einem logarithmischen Anstieg von Infizierten, wie er derzeit in Deutschland (bundesweit sind es mit Stand von Freitagvormittag mittlerweile mehr als 15 300 Infizierte) und auch Niedersachsen zu beobachten sei. Allein im hiesigen Bundesland stieg die Zahl der bestätigten Corona-Fälle an nur einem Tag um 30 Prozent -"das ist eine Alarmstufe, da gehen jedem Epidemiologen die Nackenhaare hoch", so Iglesder, "aber wir schauen nur zu". Die Dunkelziffer könnte um das Neunfache höher sein. Ziel müsse es also sein, die Replikationsrate des Virus von derzeit zwei bis drei Menschen, die ein Infizierter durchschnittlich ansteckt, auf deutlich unter ein zu drücken. "Dadurch wird die Ausbreitungsgeschwindigkeit signifikant gebremst", betont Iglseder. Mundschutzpflicht für 
jeden würde helfen Daher müsste jeder Bürger, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, einen Mundschutz benutzen, so die Forderung des Ingenieurs. Tschechien hat übrigens bereits die Pflicht dazu eingeführt, seit Donnerstag muss dort jede Person in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasenbedeckung tragen (möglich sind allerdings auch Tücher, Schals und Sturmhauben, weil medizinische Masken kaum erhältlich sind). Oberste Priorität hätten für das öffentliche Leben unentbehrliche Personen wie Ärzte, Pflegepersonal, Polizei, Busfahrer, Lieferanten, Mitarbeiter in Supermärkten, Apotheken, Tankstellen und so weiter. Nur wer einen offiziellen Nachweis habe, dass er das Virus nicht in sich trage, dürfe sich öffentlich bewegen. Für alle anderen, so Iglseder, müsste eine Ausgangssperre gelten, nur dringende Wege etwa zum Arzt oder zum Einkaufen seien - mit Mundschutz - gestattet. Im Zuge
dessen seien auch flächendeckende (mobile) Messstationen zu organisieren. Fachfirmen könnten auf entsprechende Filtervliese zurückgreifen Das Problem: Die Verfügbarkeit eines geeigneten Mundschutzes, der das Virus filtert, ist auch hierzulande sehr eingeschränkt. Dafür hat der Rodenberger aber eine Lösung: "Ein wirksamer Mundschutz ist einfach selber herzustellen, wenn man die erforderlichen Materialien hat und nähen kann." Man brauche nur entsprechende Filtervliese - auf die könnten Filterfirmen, die es im Schaumburger Land gibt, zurückgreifen. "Die Menge und Verfügbarkeit müssten schnell geklärt werden", so Iglseder. Und eine entsprechende Nähanleitung sei ebenso zügig verteilt. Auch die Wirksamkeit der in Frage kommenden Filtervliese könne rasch getestet werden - da kommt Iglseder ins Spiel. Seine ortsansässige Firma, die H.I.TEC GmbH, verfügt über die spezielle Messtechnik, Nanopartikel im Bereich von 5 Nanometer bis 20 Mikrometer zu messen. Die Größe des Corona-Virus beträgt laut dem Spezialisten 120 Nanometer, also leicht nachweisbar. "Beste Ergebnisse habe ich mit einem Tiefenfilter mit elektrostatisch aufgeladenen Fasern im Kern mit Durchmessern von etwa 0,3 bis 3,0 Mikrometern erzielt", sagt Iglseder und ruft auf zu prüfen, welche regionalen Maßnahmen mit Filterfirmen vor allem im Schaumburger Land, aber auch in ganz Niedersachsen eingeleitet werden können. Appell an Verantwortliche: Jetzt handeln statt warten Er rät davon ab zu warten, bis es für alle Schaumburger Bürger handelsübliche Mundschutze auf dem Markt gibt. "Es fehlt die Zeit. Das Virus hat sich einen großen und gefährlichen Vorsprung geschaffen", macht er deutlich und fordert: "Die Verantwortlichen in Schaumburg sollten jetzt reagieren!" Würde jeder, nicht nur in der Deisterstadt und im hiesigen Landkreis, sondern national wie global, das Gleiche tun und persönliche Maßnahmen einleiten, die Verbreitung des Virus zu unterbinden, "können wir die Krise schnell überwinden", so Iglseder. Deswegen sein Appell an jeden einzelnen füreinander Verantwortung zu tragen und solidarisch zu sein. Foto: jl/privat

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