Kommentar: Beratung und Beschluss bestimmen normalerweise den Alltag in der Kommunalpolitik. Doch die jüngste Sitzung des Samtgemeinderates dürfte die vielen Zuhörer ratlos zurückgelassen haben. Zwei Stunden wurde zwar geredet; doch nur die Hälfte des Rates beteiligte sich daran. SPD und der die "Rodenberger Interessen" vertretende Erhard Steege schossen sich auf die Verwaltung ein. Durchaus zu Recht, weil von dort alle bisherigen Einsparungsforderungen unbeantwortet blieben und die angekündigte Erhöhung der Samtgemeindeumlage geradezu gebetsmühlenartig mit dem Kita- und Krippenaufwand und mit dem Erhalt "einer lebenswerten Samtgemeinde" begründet wurde. Wo aber bleibt das "Lebenswerte" in den Mitgliedsgemeinden, wenn der Griff in deren Kassen die finanzielle Luft dort immer dünner werden lässt? Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla allein blieb es vorbehalten, die SPD-Sticheleien zu parieren. Der Rest der anwesenden Verwaltung schwieg ebenso wie die sonst so redefreudigen Ratsmitglieder von Wählergemeinschaft, Grünen, CDU und FDP. Sie sind offenbar mit allem einverstanden, was in der Verwaltung passiert - oder eben nicht passiert. Allerdings: Auch die SPD, die die Sondersitzung zur "Konsolidierung der Finanzen" angestrebt hatte, ließ eine konsequente Haltung vermissen. Wenn sie nun das aus ihrer Sicht unzureichende Finanzgebaren öffentlich machen wollte, dann hätte sie auch gleich die Gelegenheit nutzen können, ihre Sparvorschläge vorzustellen - und nicht erst zwei Tage später mit einem eigenen Papier. So bestand das verbale Schaulaufen nur aus heißer Luft. Schade um die Zeit und um das Sitzungsgeld. Beides hätte sich einsparen lassen. Bernd Althammer
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Nur heiße Luft
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