1. Netto plant baldigen Abriss und schnellen Neubau

    Mehr Parkplätze und Verkaufsfläche / Kritik an Backshop-Plänen / Viele Ideen

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    LAUENAU (al). Ein zweiter Lauenauer Supermarkt will größer und schöner werden. Neben dem geplanten Neubau von Edeka in der Ortsmitte hat sich auch der Netto-Konzern auf gleiche Weise entschieden. "So schnell wie möglich" soll das jetzige Gebäude abgerissen und an gleicher Stelle etwas Neues entstehen. Vor rund 50 Zuhörern stellte Gebietsleiter Jörg Leonhard die Pläne vor. "Wir haben Druck, das Gebäude zu optimieren", begründete er das Vorhaben. Weil ein Umbau nicht wirtschaftlich sei, werde an einen kompletten Ersatz gedacht. Als einen Grund nannte er die Eröffnung des vergrößerten Aldi-Markts vor fünf Jahren. Dieser hätte zu einem "massiven Umsatzeinbruch" geführt, der wieder aufgeholt werden soll. Dass die Pläne erst jetzt realisiert werden können, hat etwas mit den Eigentumsverhältnissen zu tun. Dem vorherigen Firmenkonsortium, das zum Teil im Ausland angesiedelt und gegen das bereits zweimal Zwangsversteigerungen angesetzt war, ist nun die Hamburger Immobiliengesellschaft CEV gefolgt, deren Vertreter Ulrich Hanebeck auf schnelle Realisierung drängt. CEV hat bereits das zur Straße Im Hausweidenfeld gelegene Grundstück erworben, weil das neue Gebäude zugunsten von mehr Parkplätzen um etwa fünf Meter nach hinten verlegt wird. Die Verkaufsfläche wächst von bisher 840 auf dann 1020 Quadratmeter, um breitere Gänge und niedrigere Regale zu ermöglichen. Der Umfang des Warensortiments soll sich nicht wesentlich verändern. Neben dem eigentlichen Markt ist bislang ein "Backshop" mit angegliedertem kleinen Café und 20 Sitzplätzen geplant. Ein separater Bereich ist für die Rückgabe von Pfandflaschen vorgesehen. Die Zahl der Parkplätze steigt von bislang 56 auf dann 70 Einheiten. Die Zufahrten werden anstelle der bisherigen Pflasterung künftig asphaltiert sein. Mit dem Neubau wird der bisher südlich gelegene Fußweg auf die Nordseite verlegt. Auch die Laderampe samt allen Kühlaggregaten wechselt die Seite. Das Gebäude erhält ein nach Osten abfallendes Pultdach. Das für den Neubau nicht benötigte Gelände im "Hausweidenfeld" könnte für Wohnbebauung wieder veräußert werden, merkte Hanebeck an. Der bisherige Eigentümer sei nur zum Verkauf der Gesamtfläche und nicht eines Teils bereit gewesen. Auf Vorschläge aus dem Rat, das Dach für eine Photovoltaikanlage oder eine Begrünung zu nutzen, erklärte der CEV-Vertreter, er wolle "Anregungen gern annehmen". Sie würden auf Wirtschaftlichkeit geprüft. Die Kritik aus der Bevölkerung bezog sich auf den "Backshop" als Sorge "für das örtliche Handwerk". Dies sei jedoch, so Leonhard, "ein gesetztes Konzept". Einigen Anwesenden wäre jedoch "Bistro statt Brötchen" lieber. Auch ein Geschenkeladen oder ein Florist könnten es sein. Gemeindedirektor Sven Janisch gab dem Investor die Bedenken mit den auf den Weg: "Backshop ist ein Riesenthema." Die Gemeinde werde nun schnell alle planerischen Voraussetzungen schaffen. Hanebeck rechnet nach dem Abriss mit einer Bauzeit von sechs Monaten: "Wir wollen noch vor Edeka fertig sein." Zu den Kosten des Projekts hielt er sich bedeckt. Auf SW-Nachfrage aber bezifferte er die Investition "auf einen höheren einstelligen Millionenbetrag". Nach den Netto-Plänen dürften nun auch die weiteren Discounter im Flecken nachziehen. Dem Vernehmen nach wollen auch Aldi und Penny erweitern. Allerdings sind beim Letztgenannten die Verhandlungen ins Stocken geraten. Foto: al

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