1. Mit viel Humor, einem politischen Gespür und einem starken kulturellen Interesse

    Schaumburger Landschaft verabschiedet Vorsitzenden Klaus-Henning Lemme und würdigt seine Arbeit

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    LANDKREIS (bb). Bei der feierlichen Verabschiedung des Vorsitzenden der Schaumburger Landschaft Klaus-Henning Lemme haben die Redner Lemmes Rolle als Motor bei der Gründung der Einrichtung und seinen prägenden Einfluss auf deren Entwicklung ebenso hervorgehoben wie seinen zutiefst wohlwollenden und wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern und Partnern. Der Geehrte selbst hielt bei der Veranstaltung im Stift Obernkirchen fest, dass bei der Gründung der Landschaft die "richtigen Leute unter den richtigen Rahmenbedingungen" zusammengekommen seien. "Ein grundsätzliches Wohlwollen allen Menschen gegenüber", habe Lemme stets ausgezeichnet, erklärte sein Nachfolger Sigmund Graf Adelmann in seiner Ansprache. "Für dich ist Menschenwürde nicht nur eine Worthülse", hielt er fest. Adelmann, über lange Jahre Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft und nun Lemme ins Amt gefolt, erinnerte an die Gründung der Einrichtung im Jahre 1993. Als damaliger Oberkreisdirektor sei Lemme einer der Motoren für die Gründung gewesen. Dabei habe er wichtige Weichenstellungen für deren Ausrichtung vorgenommen. Nämlich, dass sich diese am Gebiet des historischen Schaumburg orientierte und so auch einige Orte außerhalb der heutigen Verwaltungseinheit Landkreis Schaumburg einschloss. Ebenso, die Landschaft als selbständige von den Verwaltungsstrukturen unabhängige Einrichtung aufzubauen. Eine "geniale Idee" sei es zudem gewesen, als erste Vorsitzende in Ute Bernhardt eine "kulturell kreative Schaumburgerin" zu gewinnen und eben keinen aktiven Politiker oder Verwaltungsfachmann. Als nach der erfolgreichen dynamischen Entwicklung der ersten Jahre 1995 klar geworden sei, dass die Landschaft nicht auf Dauer ehrenamtlich zu führen ist, habe Lemme den Weg zur Professionalisierung über eine hauptamtliche Stelle und ein Büro geebnet. Diese Strukturen würden eine unverzichtbare Stütze für die vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten bieten. Als Ute Bernahrdt 2005 aus dem Amt schied, habe Lemme den Vorsitz übernommen. Genau im richtigen Moment, so Adelmann, als eine Neuorientierung angestanden habe. Der juristische Sachverstand Lemmes sei bei Satzungsänderungen oder in Förderangelegenheiten immer wieder gefragt gewesen. Ebenso sei die Vernetzung und das politische Geschick des als Staatssekretär in verschiedenen Ministerien aktiven von hoher Bedeutung gewesen. Hinzu sei dessen Kulturverständnis gekommen. Er habe Kultur stets "querschnittsorientiert" gesehen, die Hochkultur nicht als wertvoller gegenüber anderen Kulturformen betrachtet, von Trachten bis Pop, von Soziokultur bis zum Sinfonieorchester reiche das Spektrum. Die Vermittlung von Kenntnissen über die Region und die Kultur habe Lemme als wichtigen Weg zur Identitätsstiftung gesehen und damit auch zur Integration von Migranten. Viele Projekte habe er mitgeprägt und dabei stets im Bewusstsein gehandelt, dass Schaumburg nicht nur Verwaltungseinheit sondern historische Region mit eigener Identität sei. Landrat Jörg Farr hob Lemmes Humor hervor, sein politisches Gespür und sein kulturelles Interesse. Stets offen für neues, sei es ihm gelungen, Tradition und Moderne im Wirken der Landschaft zusammenzuführen. Lemme betonte in seiner Ansprache, dass der Grund für seinen Rücktritt der Einsatz für das "Wahnsinnsprojekt" des Erhalts der Kohlenkirche auf dem Georgschachtgelände sei (Zur Rede von Doris Schröder-Köpf in der kommenden Ausgabe).
Foto: bb

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