RODENBERG (jl). Seinen Stolz auf die Feuerwehr hat Georg Hudalla beim Jahresrückblick der Kameraden ausgedrückt. "Ihr hättet auch 208 Einsätze gefahren, wenn es notgetan hätte", lobte der Samtgemeindebürgermeister das Engagement. Nicht zu vergessen auch der soziale Bereich, den die Wehr "mit sehr hohem Ansatz" lebe. Die lobenden Worte seien "keine hohle Phrasen", betonte Hudalla und verwies etwa auf die umgehend von der Politik abgesegnete Ersatzbeschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens nach dem Totalausfall des alten. Und auch das Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro für die neuen Gerätehäuser zeuge von Wertschätzung.. Obgleich der Antrag nach neuer Einsatzbekleidung inmitten eines "Wettstreits um die knappen Mittel" liege, könne die Ortswehr zuversichtlich sein, "die Unterstützung für euch ist da". Deutliche Worte in der Replik fand Jens Löffler. Hier hinter vorgehaltener Hand zu diskutieren und die Einführung der Ausrüstung mit der Erhöhung der Samtgemeindeumlage zu begründen, kritisierte der Gemeindebrandmeister scharf. "Das Fass war vorher schon voll. Als Sündenbock lassen wir uns nicht abstempeln!" Keinen Spaß verstehe die Feuerwehr auch beim Neubau der drei Gerätehäuser. Die Situation sei schlichtweg "unbefriedigend". Die Planungen zögen sich jetzt "seit Ewigkeiten" hin, obgleich die Feuerwehr ihre Hausaufgaben gemacht habe. Würde dieses Jahr nicht mit den Bauten oder zumindest konkreten Vorbereitungen begonnen, "wären wir maßlos enttäuscht", mahnte Löffler. Dass die Anforderungen an die Feuerwehr ständig stiegen, gab Joachim Muth, Abschnittsleiter Nord, zu bedenken. Spezialgeräte müssten erlernt und Lehrgänge durchgeführt werden. Zudem klopfe auch der Klimawandel bei der Feuerwehr an. Mähdrescherbrände seien da nur ein Zeichen. "Das Ehrenamt in der Feuerwehr ist nicht zu unterschätzen. Es ist wert, dass dies auch anerkannt wird", betonte Muth. Zudem erneuerte er die Forderung nach einer besseren Unterstützung von Land und Bund für Autobahnanrainer-Feuerwehren, um eine entsprechende Ausrüstung für dortige Unfälle vorhalten zu können. "Es wird nicht damit getan sein Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuführen, das gesamte Konzept muss überdacht werden", so der Abschnittsleiter.
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"Als Sündenbock lassen wir uns nicht abstempeln"
In den Grußworten findet sich nicht nur Lob, sondern auch scharfe Kritik wieder
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