1. Erster Platz für den Landkreis

    Die Pflege in Schaumburg ist kostengünstig / Verbesserungen notwendig

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    LANDKREIS (mk). Einer Studie im Auftrag des ZDF, die am morgigen Donnerstag veröffentlicht wird, hat die Pflegesituation in den Landkreisen beleuchtet. Schaumburg kommt im bundesweiten Vergleich auf Platz 1. Dies liegt unter anderem daran, dass die Kosten für einen stationären Pflegesatz in Niedersachsen vergleichsweise gering ausfallen. Die Zuzahlungen in den Pflegeeinrichtungen Schaumburgs liegen laut Studie rund 1000 Euro unter dem, was beispielsweise in Nordrhein-Westfalen dazu bezahlt werden muss. Die Pflegesätze werden auf Landesebene ausgehandelt. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Im Landkreis gibt es weniger Personal. Laut Studie wandert dieses nach NRW ab, da dort mehr bezahlt wird, während die zu Pflegenden kommen nach Niedersachsen. "Ich finde, dass wir in Schaumburg eine ganze Menge richtig machen", so Thomas Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbandes Schaumburg. Auch wenn er die Kriterien der ZDF-Studie ein wenig eigenartig findet, spiegele das Ergebnis dennoch die Bemühungen in Schaumburg wieder. Die Refinanzierung durch das Land spielt eine wichtige Rolle, wie Hoffmann betont. "Niedersachsen ist für die Träger nicht immer ein ganz einfaches Land beim Thema Refinanzierung", macht er deutlich. Seiner Meinung nach gibt es noch Verbesserungsbedarf. In den Pflegeheimen sei die Situation bereits entschärft worden, nun soll auch das Personal in der ambulanten Pflege ab 2021 tarifgerecht bezahlt werden. "Wir sind auf einem richtigen Weg", so Hoffmann abschließend. Für die Untersuchung der Pflegesituation in Deutschland hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos als Teil einer umfassenden Analyse der Lebensverhältnisse von Seniorinnen und Senioren das Angebot an Pflegeplätzen, die Kosten sowie die Personalsituation in der stationären Pflege ausgewertet. Kreise in den nördlichen und östlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen punkten vor allem mit geringeren Kosten für einen vollstationären Pflegeplatz. Bundesweit am teuersten ist es dagegen in großen Teilen Nordrhein-Westfalens, Bayerns und Baden-Württembergs. Dort sind die Preise für Pflege höher als anderswo. So betragen die selbst zu zahlenden Pflegekosten für einen vollstationären Pflegeplatz in Stuttgart im Durchschnitt gut 1110 Euro monatlich, in Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen) dagegen mit 108 Euro nur rund ein Zehntel. Beim Pflegepersonal zeigt die Studie ein deutliches West-Ost-Gefälle auf: Das Verhältnis zwischen Pflegebedürftigen und Pflegepersonal in der stationären Pflege ist in westdeutschen Regionen deutlich günstiger als in Ostdeutschland. So kommen auf 100 Pflegebedürftige in Halle an der Saale statistisch rund 68 Pflegekräfte. Im Landkreis Borken (NRW) sind es 132. Die Daten wurden für die "ZDF-Deutschland-Studie" ausgewertet, die in diesem Jahr die Lebensverhältnisse für Senioren und Familien in allen Regionen miteinander verglichen hat. Alle Ergebnisse werden am Donnerstag, 28. November 2019, unter http://deutschland-studie.zdf.de veröffentlicht. Foto: AdobeStock

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