1. Große Teile der Einsatzkräfte sehen schwere Versäumnisse

    Forderungen nach Reinigung von Fahrzeugen und Quartieren / Stadt informiert

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    STADTHAGEN (bb). Angehörige der Einsatzkräfte werfen der Stadt Stadthagen schwerwiegende Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Großbrand auf dem Georgschachtgelände vor. Fahrzeuginnenräume und Feuerwehrhaus müssten wegen der Asbestfreisetzung beim Brand durch Spezialunternehmen gereinigt werden, so die Erwartungen, die in sozialen Netzwerken und intensiven internen Diskussionen geäußert werden. Wie berichtet war beim Brand der Lagerhalle auf dem Georgschacht der Verdacht aufgekommen, dass Asbestfasern freigesetzt worden sein könnten, weil in Bauten dieses Alters oftmals asbesthaltige Bauteile verwendet worden sind. Bei von der Stadt veranlassten Untersuchungen eines Speziallabors, waren an einer Einsatzjacke tatsächlich Asbestanhaftungen festgestellt worden. Aus Reihen der beim Brand aktiven Einsatzkräfte wurden in sozialen Medien und im Gespräch mit dem SW Vorwürfe laut, die Gefahr durch eine Asbest-Kontamination werde durch die Stadt verharmlost und es sei versäumt worden, die gebotenen Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge zu treffen. Insbesondere besteht die Befürchtung, dass krebserregende Asbest-Fasern während des Einsatzes auf Kleidung, Ausrüstung und Fahrzeugen niedergegangen sowie in das Innere der Fahrzeuge geströmt sind. Ebenso durch die Kleidung in die Fahrzeuge und ins Feuerwehrhaus getragen worden sein könnten. So würden die Fasern dort für alle Benutzer weiterhin ein Gesundheitsrisiko bedeuten. Offenbar sehen sich viele der Einsatzkräfte in ihrer Sorge nicht ernst genommen. Forderungen nach einer Säuberung auch von Gebäuden und Fahrzeugen durch Spezialunternehmen werden erhoben (Die Einsatzkleidung wurde nach Feststellung der Asbestanhaftung durch die Stadt zur Reinigung in ein solches Unternehmen verbracht). Ebenso nach einer Registrierung der Beteiligten wegen eventueller Spätfolgen. Einsatzbestimmungen und die Feuerwehrunfallkasse sehen einen höchst vorsichtigen Umgang bei Asbestaustritten vor. Möglichst umgehend nach dem Einsatz sollen Einsatzkleidung und Material, Teile davon durch Spezialfirmen, aufwändig gereinigt werden, um Verschleppungen zu verhindern. Weil die Gefahr besteht, dass eine solche Verschleppung von Fasern erfolgte, kommt aus Reihen der Einsatzkräfte die Forderung nach einer Reinigung von Fahrzeugen und Quartieren durch Spezialfirmen. Für eine solche Dekontamination wurden in der Gemeinde Barsbüttel in Schleswig-Holstein Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser von Wehren, die einen Brand mit Asbestfreisetzung bekämpften, entsprechend gereinigt. Für die Dauer des aufwändigen Verfahrens, wurden die Wehren außer Dienst gestellt. Informationsveranstaltung durch die Stadt: Für Montag hat die Stadt kurzfristig eine Informationsveranstaltung zum Thema einberufen, wie Bürgermeister Oliver Theißüber Facebook ankündigt. In dem Beitrag weist der Bürgermeister darauf hin, dass zehn vom Landkreis genommenen Proben vom Georgschachtgelände (Fahrzeuge, Bewuchs, Unterseite Stiefel) nun ausgewertet seien. An einer seien Asbestfasern festgestellt worden (Gas-Tank, Nähe Halle).

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