1. Wasserverband hat noch Interesse

    Verhandlungen für Kauf der Kläranlage weitergeführt

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    SAMTGEMEINDE (gi). In der Septembersitzung des Samtgemeinderates folgte die Mehrheit nicht dem Vorschlag der Verwaltung, die Kläranlage Reiherwald für 4,5 Millionen Euro an den Wasserverband Nordschaumburg zu veräußern. Warum dieser Verkauf der Samtgemeinde nütze, erläuterte Samtgemeindebürgermeister Jörn Wedemeier. Wie berichtet, wurde auf Vorschlag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus-Dieter Drewes mit Mehrheit im Samtgemeinderat dafür gestimmt, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und ein Gespräch mit dem Wasserverband über einen höheren Verkaufspreis zu führen. "Tafelsilber" könne nur einmal veräußert werden, es sei noch Luft nach oben drin, so Drewes. Die Kläranlage habe einen Buch- und Zeitwert von 5,8 Millionen Euro, der Verkaufspreis von 4,5 Millionen Euro sei fiktiv gewählt worden. In diesem Zusammenhang hatte der Rat mit Mehrheit den Abwasserpreis für die nächsten drei Jahre von 2,90 auf 3,10 Euro je Kubikmeter erhöht. Wir haben beim Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordschaumburg, Werner Volker nachgefragt, wie er die weitere Vorgehensweise beurteilt. Volker betonte, dass der Wasserverband gerne für die von einem Gutachter vorgeschlagenen 4,5 Millionen Euro die Kläranlage gekauft hätte, ohne in eine Erhöhung der Abwassergebühren einzusteigen. "Wir haben nach wie vor Interesse an einem Kauf der Anlage und stehen einem Sondierungsgespräch mit der Samtgemeinde aufgeschlossen gegenüber", sagte Volker unserer Zeitung. Die Abwassergebühren seien erhöht worden, so könne auch mehr Geld für die Kläranlage Reiherwald gezahlt werden. Der Wasserverband werde dann bei einem Abwasserpreis von 3,10 Euro einsteigen. Der Kauf werde über einen Kredit finanziert, Volker betonte, dass der Verband keine Gewinne erzielen dürfe. Bereits im Jahr 2005 sei eine Kläranlage im Auetal komplett übernommen worden, der Verband habe bis jetzt bewiesen, dass er die Aufgabe erfolgreich erledige. Durch den Kauf der Kläranlage Reiherwald würden sich Synergieeffekte ergeben. So könnte die Einteilung der Schichten einfacher werden, sich die Kosten reduzieren und die Effektivität beim Personaleinsatz erhöhen. "Insgesamt ließe sich durch die Zusammenführung zweier Abwassereinrichtungen ein sicherer Betrieb bei steigenden Anforderungen vom Gesetz- und Verordnungsgeber erzielen und gewährleisten", sagte der Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordschaumburg, Werner Volker. Wir haben auch den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden des Wasserverbandes Nordschaumburg, den Wunstorfer Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt gefragt, ob ein Kauf der Kläranlage noch verfolgt werde. "Natürlich werden wir weiterhin ein Gespräch mit der Samtgemeinde führen mit dem Ziel, die Kläranlage zu akzeptablen Konditionen zu übernehmen. Wir benötigen eine gute Lösung, insbesondere auch für die Bürgerinnen und Bürger von Sachsenhagen und für den gesamten Wasserverband. Der Erwerb der Kläranlage darf nicht zu einer weiteren Belastung für die anderen Verbandsmitglieder werden. Ich bedauere, dass die angestrebte Lösung zum 1. Januar 2020 zurzeit nicht möglich ist. Wir hätten im Übrigen die Abwassergebühr zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit nicht weiter erhöht - aber natürlich akzeptieren wir die politischen Bedenken des Rates der Samtgemeinde Sachsenhagen." Foto: gi

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