1. Teile Schaumburgs sind "roten Gebieten" zugeordnet

    Landvolkpräsident kritisiert Kartierung als "zu grob gerastert"

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    LANDKREIS (bb). Die Niedersächsische Landesregierung hat heute die Karte der sogenannten "roten Gebiete" vorgestellt, in denen die Landwirte zukünftig die Düngung unter den Nährstoffbedarf der Pflanzen absenken sollen. Zu diesen Gebieten zählen auch Teile des Landkreises Schaumburg, und zwar im Nordkreis im Raum Haste, Suthfeld, Auhagen und Hagenburg, als Teil der "Gebietskulisse Nitrat". Teile Hagenburgs und Flächen im Raum Wölpinghausen (Karte einsehbar im Internetauftritt des Landwirtschaftsministeriums) werden der "Gebietskulisse Phosphat" zugerechnet. Die Nitratkulisse umfasst Teile der Mehrzahl der Landkreise in Niedersachsen, darunter eben auch Gebiete Schaumburgs und weite Flächen der benachbarten Region Hannover. Die EU und die Landesregierung wollen mit der Ausweisung solcher Gebiete die Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat und Phosphat schützen. Landvolkpräsident Holger Hennies kritisiert die Ausweisung dieser Gebietskulissen durch die Landesregierung als "zu pauschal und grobgerastert". Seien die jetzigen Bestimmungen ambitioniert aber mit Augenmaß formuliert, sieht er eine diskutierte Steigerung der Anforderungen als hoch problematisch an. Hennies betont in der Stellungnahme die grundsätzliche Bedeutung des Wasserschutzes. Dazu zähle auch die Einsicht, "dass wir an den Standorten, die Ursache für zu hohe Nitratgehalte im Grundwasser sind, Maßnahmen ergreifen müssen, um die Probleme abzustellen". Die von der Niedersächsischen Landesregierung am gestrigen Dienstag präsentierte Karte kritisiert das Landvolk jedoch als "sehr grob gerastert". "Es wurden auch bei offensichtlich nicht repräsentativ verteilten Messstellen pauschal große Gebiete einbezogen", so der Landvolkpräsident. Dies führe zu völlig unnötiger Betroffenheit einzelner Landwirte, entsprechend bestehe Handlungsbedarf. Für die ausgewiesenen Gebiete habe die Landesregierung einen ehrgeizigen Anforderungskatalog vorgelegt, der für einige Landwirte erhebliche Belastungen mit sich bringe. Dazu gehören verpflichtende Wirtschaftsdüngeranalysen vor Aufbringung auf die Flächen, um den genauen Nährstoffgehalt zu kennen und so die Düngung noch präziser zu gestalten. Für phosphatsensible Gebiete ist auf hoch und sehr hoch versorgten Böden nur eine reduzierte Phosphat-Düngung möglich, um eine Phosphat-Anreicherung im Boden zu erzielen (Näheres Internetauftritt Landwirtschatsministerium). Das zukünftige Anforderungsniveau hänge von den Verhandlungen der Bundesregierung mit der EU-Kommission ab, so der Präsident. "Einige Vorschläge, die hier diskutiert werden, gehen über jedes vernünftige Maß hinaus und sind kontraproduktiv. Dazu zählen die geplante Reduzierung der Nährstoffversorgung um 20 Prozent unter den Nährstoffbedarf der angebauten Nutzpflanzen oder das Verbot einer Düngung von Zwischenfrüchten, die für den Wasser- und Bodenschutz angebaut werden", so Hennies. Hier entstehe eine große Verunsicherung für die Landwirte, wenn solche Maßnahmen in der Diskussion seien. Das Landvolk Niedersachsen werde sich auf Landesebene in der Verbandsanhörung einbringen. Die betroffenen Kreisverbände würden ihre Bedenken gegenüber der vorgelegten Gebietskulisse ebenfalls anmelden und dabei auch die konkrete Betroffenheit unter ihren Mitgliedern analysieren, so Hennies in der Stellungnahme. Foto: Landvolk

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