BAD NENNDORF (jl). Was für ein beeindruckender Erfolg: Am Ende hat die Sendezeit nicht gereicht, um alle Badegäste live im Fernsehen zu zählen. Noch währenddessen nahm Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt im Kostüm eines historischen Kurdirektors die Siegerurkunde von Moderator Arne-Torben Voigts entgegen - stilecht im Wasserbecken. Ein historisch Verkleideter nach dem anderen flanierte zwischen Brunnentempel und dem Kneippbecken mit Blick aufs Hotel Esplanade mit eingefügten Fotos der Originalfenster entlang. Selbst ein Hund mit Badekappe dackelte an den Zählern vorbei. Schwangen die einen Bürste und Handtuch, hatten andere einen Koffer, Fächer oder ein Quietscheentchen in der Hand und manch einer steckte gleich im XL-Schwimmring. Für die Sicherheit der in der Menge Badenden sorgten der hiesige Polizeichef Michael Panitz und der Kontaktbeamte Jürgen Henze, die mit Uniformen aus dem 19. Jahrhundert, Offiziersmütze und Pickelhaube auftraten. Einen zweiten Blick brauchte es auch, um so manchen im blau gestreiften Badeanzug und unter einem Strohhut versteckten Kommunalpolitiker zu erkennen. Oder den HSV-Trainer Dieter Hecking, den der Moderator entdeckte und für ein Kurzinterview abfing. Zwei Damen machten es sich gleich in den betagten Moorwannen bequem, bekamen dazu ein Glas Sekt serviert und ließen sich von Voigts interviewen. Der hatte sich schon gleich zu Beginn vor den "unglaublich vielen" Kostümierten, die eine Traube bis bis hoch zum Schlösschen bildeten, verbeugen wollen. Im Wassertretbecken grüßte Stadtdirektor Schmidt im Frack und mit Zylinder die Badegäste und zeigte sich nach 20 Minuten siegessicher: "Das kann keine andere Stadt toppen, wir sind halt Bad Nenndorf!" Sein Gefühl sollte ihn nicht täuschen, allein das Zwischenergebnis sprach für sich: 733 gezählte Badegäste. Um den dritten Teil der Wette neben Kulisse und Kostümen zu gewinnen, eroberten die Bad Nenndorfer Allstars gemeinsam mit dem Männergesangverein und einem riesigen Chor die Bühne und schmetterten zweimal den von Uwe Burda auf die Kurstadt umgedichteten Refrain des Reinhard Mey-Klassikers "Über den Wolken". Wette gewonnen! Das bedeutete für die Moderatoren Voigts und Kerstin Werner, dass auch sie sich in historische Badegäste verwandeln musste. Die Zeit bis zur Einlösung des Wetteinsatzes nutzte der Kurdirektor höchstpersönlich, um die Besucher auf die bevorstehende Sommerparty einzustimmen. "Der Wahnsinn hat einen Namen: Bad Nenndorf", meldete sich Voigts im blau-weiß gestreiften figurbetonten Langarmbadeanzug zurück und wollte die "Stimmungskanone" im Frack am liebsten mit auf Tour nehmen. Danach gehörte den Smashing Piccadillys die Bühne, die sie nicht nur mit Rockabilly vom Feinsten ausfüllten. Auch der Blues-Song "Stand by me" und Hubert Kahs "Sternenhimmel" kamen bestens an, ehe das Publikum die Chartstürmer von Boney M. aus den Siebzigern feierte. Mit "Sunny" eröffnete die Original-Leadsängerin Liz Mitchell die musikalische Zeitreise und schmetterte mit "Daddy Cool" und "Ma Baker" einen Evergreen nach dem nächsten ins Mikrofon. Foto: jl
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Bad Nenndorf gewinnt Stadtwette haushoch
NDR-Sommerparty: 856 Verkleidete "baden" in rekordverdächtiger Besuchermenge / Musikalische Unterhaltung
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