1. Der A400M ist jetzt auch eine fliegende Tankstelle

    Einsatzkontingent von 20 Soldatinnen und Soldaten verabschiedet

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    WUNSTORF (gi). Der Anlass war bedeutend für die Luftwaffe. Als erste Betreibernation ist mit einem A400M ein Kontingent von Tankerflugzeugen aufgebaut worden. Und aus diesem Grund war der Besuch des Generalleutnant Ingo Gerhartz, dem Inspekteur der Luftwaffe, in Wunstorf geplant. Doch die Air France hatte keine Maschine, die ihn aus Marokko hierher fliegen sollte. "Für uns ist das ein ganz wichtiger Tag", sagte Kommodore Oberst Ludger Bette vom Lufttransportgeschwader (LTG) 62. Ab dem 5. Juli ist das LTG erstmals mit einem Einsatzkontingent A400M unmittelbar an einem Auslandseinsatz der Bundeswehr beteiligt. Der A400M wird von Jordanien aus Luftbetankungskapazitäten für die Operation "Counter Daesh"- Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) - bereitstellen. Das Flugzeug dient als "fliegende Tankstelle" für Kampfflugzeuge. Bisher erfolgen nicht nur wöchentliche planmäßige Versorgungsflüge nach Jordanien zum Transport von Personal und Material, sondern auch die Bereitstellung der Fähigkeit zur medizinischen Evakuierung (MedEvac - Medical Evacuation) in Einsatzgebiete. Zudem werden bereits seit einem Jahr im Übungsflugbetrieb Betankungsflüge durchgeführt. Oberst Bette verabschiedete 20 Soldatinnen und Soldaten nach Jordanien, es sei ein Meilenstein für das LTG. Im August 2018 sei der A400M als MedEvac und nun im Juli zu einem der Tanker umgebaut worden. Mit Schläuchen und Körben wird angedockt Vom Helikopter bis zum Eurofighter kann der A400M Tanker eingesetzt werden. Mit zwei Schläuchen, an deren Ende ein Korb befestigt ist, erfolgt das Andocken. "Es können zwei Flugzeuge parallel betankt werden. "Für das Betanken ist fliegerisches Feingefühl erforderlich", sagten die Piloten, die Oberstleutnante Maik Drescher und Hans Gerisch. Seit einem halben Jahr haben sie geprobt, zehn Tanker gäbe es beim LTG. Zwei Betankungen in der Woche werden in der Regel durchgeführt. Es werde der komplette Sprit abgegeben, den der A400M nicht benötigt. Das Fassungsvermögen liege bei 50 Tonnen, es können bis zu 25 Tonnen in zwei Stunden abgegeben werden. Die Geschwindigkeit beim Tankvorgang liege zwischen 120 und 290 Knoten (etwa 600 km/h). Piloten und Techniker werden in Wunstorf ausgebildet. Wie ein derartiger Vorgang in der Praxis aussehen könnte, zeigte ein Demonstrationsflug für die eingeladenen Medienvertreter. An einem A400M hingen die Schläuche mit den Körben. Angedockt an den Eurofighter und den Tornado waren die Schläuche allerdings nicht. Einige Beobachter des seltenen "Dreierfluges"über Wunstorf konnten sich wohl keinen Reim daraus machen, warum an den Tragflächen des Transportfliegers ein Seil oder Schlauch hing. Es wurde sogar vermutet, dass der A400M zwei Kampfflugzeuge abschleppe. 
Foto: gi

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