BAD NENNDORF (jl). Für das Stadtfest hatte Mike Schmidt eine Aufgabe: Er sollte sich ums Wetter kümmern. "Ja, ich habe es etwas übertrieben", gesteht der Verwaltungschef nach zweieinhalb Tagen buntem Moor-Beats-Programm in der Fußgängerzone. Denn die heißen Temperaturen ließen die Innenstadt mitunter sehr überschaubar aussehen - viele Außenplätze in den Cafés blieben leer, das Kinderkarussell stand still. "Natürlich gab es tagsüber Einbußen", resümiert Schmidt, "weil der Aufenthalt bei 35 Grad zwischen Beton und Stein vielleicht nicht so angenehm ist. Das war schade für die Einzelhändler." Immerhin: An die 300 Kärtchen landeten laut Schmidt bei der Kurtaler-Aktion in der Losbox. Für jedes mussten die Teilnehmer zuvor für 30 Euro in Geschäften eingekauft haben. Zu späterer Stunde hingegen sorgte die Hitzewelle für laue Sommerpartynächte. Zwischen den beiden Bühnen, die die Feiermeile zwischen Haus Kassel und dem Schuhhaus Tebbe rahmten, herrschte zuweilen großer Andrang - vor allem als zur Eröffnung am Freitagabend die heimische Band "Simply Dry" auf der einen Bühne und das Duo Schuhmann & Nolte sowie anschließend die Lokalmatadore der Bad Nenndorf Boys auf der anderen Bühne mitreißend loslegten. Hartgesottene ließen sich aber auch die beiden Tage darauf von dem Schweißperlenwetter nicht abhalten. So schwitzten etwa die Mädels der Hip-Hop-Gruppe des VfL bei mehr als 30 Grad im Schatten, um den zahlreichen Zuschauern ihr Können zu präsentieren. Nicht nur deswegen zeigte sich Trainer Mustafa Nadjibi besonders stolz: "Das war erst der zweite öffentliche Auftritt, uns gibt es seit nicht mal einem Jahr." Höchstleistung brachten auch die Modenschauläuferinnen, "The Batz" und die Medifit-Damen beim Tae Bo. Anfänglich erst verhalten, später aber gut angenommen wurde die Codier-Aktion des Weißen Rings und der Polizei, um Fahrräder vor Langfingern zu schützen. "Ich quatsche aber auch viele Leute an", lachte die hiesige Außenstellenleiterin Anke Heldt, während sie dem circa 20. Drahtesel den entsprechenden Code aufklebte, der verknüpft mit der Rahmennummer in einem Polizeiregister abgespeichert wird. Der Hitze trotzten auch acht Kinder, die am Sonntag ihre Flohmarktstände aufbauten und aussortiertes Spielzeug feilboten - angemeldet waren mal 20. Sich schminken lassen, am Glücksrad drehen, Bobbycar fahren und den Dschungel hüpfend erobern, das ging auch bei tropischem Wetter. Erfrischung gab es nicht nur in Form diverser Kaltgetränke, sondern auch mit einer kostenlosen Moorpackung. Die im Gesicht aufgetragene schwarze Schicht wirke straffend, antibakteriell und eben auch angenehm kühlend, erklärte das "Moorbadehaus"-Team um Silvia Bielke. Kurz um: Die Moor-Beats schreien laut Schmidt auch im kommenden Jahr nach einer Wiederholung. Denn Sahara-Hitze sei immer noch besser als zehn Grad und Regen. Foto: jl
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Zwischen kühlender Moorpackung und heißen Rhythmen
Moor-Beats ziehen vor allem in den Abendstunden die Besuchermassen an / Das Wetter ist einigen zu heiß
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