BAD NENNDORF (jl). Ein buntes Spektrum vieler musikalischer Genres haben zahlreiche Besucher beim traditionellen Sommerkonzert der CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen erlebt: von Orlando di Lasso über Friedrich Hollaender und Freddie Mercury bis hin zu Michael Schulte, der Deutschland beim Eurovision Song Contest 2018 vertrat. Einmal mehr zeigten Schüler aus allen sechs Semestern ihr Können in einer "rammelvollen" Wandelhalle, um es mit den Worten von Schulleiter Torsten Lindner zu formulieren. Nein, Sänger oder gar Bühnenkünstler würde man nicht ausbilden. Eine musikalische Eignung brächten die Studierenden aber allemal mit, da sie diese als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer, als Therapeuten, einsetzen werden. Davon habe man jetzt auch die Landesregierung überzeugen können, die für 2020 Finanzmittel zur Verfügung stellt, "damit auch unsere Schüler kein Schulgeld mehr bezahlen müssen", betonte Lindner unter lautstarkem Applaus und dankte dem anwesenden Karsten Becker. Der Landtagsabgeordnete habe sich "ungeheuer dafür eingesetzt, dass wir hier in Bad Nenndorf nicht auf dem Abstellgleis stehen". Das anschließende Programm ließ keine Wünsche offen, ab dem dritten Stück waren von Jubel begleitete Beifallsstürme Standard. Während sich der Kammerchor unter der Leitung von Ludwig Theis "In The Mood" unter anderem für "Sommerlieder" präsentierte, sang sich Charlotte Eschenhagen im Takt schnippender Finger und mit Gänsehautfaktor in "Sally Gardens". Zum Repertoire gehörte diesmal ganz zur Freude von "Herr der Ring"-Fans sogar Elbisch, an das sich Isa Latour heranwagte. Ausdrucksstark sprach Semesterkollege Tim Weide den verständlicheren Part des Prologs aus dem ersten Teil der Trilogie, warum Mittelerde im Wandel ist. Mit dem eigenen Stück "Come On And Let It Fall" begeisterte Nina Wrede, die darin die Menschen auffordert, ihre Masken aus gesellschaftlichen Zwängen und Selbstzweifeln fallen zu lassen. Amüsant wurde es, als Sprecherin Megan Salzwedel mit einem Auszug aus "Das kunstseidene Mädchen" die 18-jährige Doris mimte und erzählte, wie glanzvoll sie eine neue Armbanduhr ergattert. Zudem bekam das Publikum zu hören, wie "depressionierend" es sein kann, wenn einem die Berge fehlen, und was es bedeutetet "never enough" haben zu können. Foto: jl
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Von kunstseidenen Mädchen
Sänger und Sprecher begeistern vor vollem Haus
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