1. "Der Weg ist frei, kommt zu uns"

    Existenzsorgen: Die Händler im Gewerbegebiet rufen sich in Erinnerung

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    BAD NENNDORF (jl). Immer wieder hatte es seitens der Stadt geheißen, dass die Gehrenbreite während des Kreuzungsausbaus und der Sanierung der Rotrehre allzeit einspurig befahrbar bleiben müsse. Jetzt ist durch unvorhergesehene Probleme mit dem Unterbau die Rolle rückwärts unfreiwillig und kurzfristig Realität geworden: Diese Woche ist die Zufahrt von der Bundesstraße 442 zum Gewerbegebiet dicht - und dafür übergangsweise die Rotrehre für den Verkehr geöffnet. Die Sorge, der Kundenzulauf könnte dadurch weiter sinken, nötigt die Gewerbetreibenden zu einem Appell an die Bevölkerung, trotz aller Umstände vor Ort einzukaufen: "Der Weg ist frei, kommt zu uns!" Schon jetzt spricht manch einer von Existenzbedrohung. Das rief auch Stadtdirektor Mike Schmidt auf den Plan. "Wir müssen aufpassen, dass die Gewerbetreibenden, die seit Jahren hier vor Ort sind, unterstützt werden." Der Auslöser: zu wenig Parkverbotsschilder in der Bornstraße. Um den Verkehr für eine Woche über die Rotrehre ins Gewerbegebiet zu leiten, muss die Straße von parkenden Autos frei gehalten werden. "Da kommt sonst kein Lkw durch, um uns zu beliefern", sagt etwa Ralph Stumm, Inhaber des "Hol ab"-Marktes. Er war es auch, der Schmidt informierte, dass die zwei installierten Schilder kaum ausreichen würden. Der Bauhof stockte kurzerhand auf. Schmidt spricht von einem seit Wochen "extrem unbefriedigenden Zustand" in dem Gewerbegebiet. Eine Doppel-Baustelle habe man stets vermeiden wollen, dass es aufgrund mehrerer Faktoren nun dennoch so gekommen ist, bezeichnet der Verwaltungschef rundheraus als "Katastrophe". Denn die Folgen für die Händler vor Ort, insbesondere für den Einzelhandel, sind mitunter gravierend. "Wir haben Umsatzeinbußen zwischen 20 und 30 Prozent", betont Getränkemarkt-Betreiber Stumm. Dieter Kipry, Inhaber des Autohauses Pinkau in der Rotrehre, berichtet von abgesagten Inspektionen. Er kritisiert die Länge der Bauarbeiten. Erst in gut vier Wochen sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Das entspricht laut Schmidt jedoch voll dem Zeitplan. Kathrin Pehlke vom gleichnamigen Autoservice im Niedernfeld rät ihren Kunden nach eigenen Angaben 20 Minuten mehr Zeit bei der Anfahrt einzuplanen. Sie bat darum, zusammenzuhalten, "dass hier keine Firma an den Baustellen kaputt geht, weil Kunden wegbleiben". Foto: jl

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