1. Glyphosat-Ausstieg: Die Nenndorfer Grünen fordern konkretere Maßnahmen

    Landtagsabgeordnete Miriam Staudte spricht über alternative Methoden / Zitronen- oder Essigsäure einsetzen

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    BAD NENNDORF (jl). Gelbe Felder nach Pestizideinsatz: Ein Thema, das auf Einladung der Nenndorfer Grünen im Haus Kassel debattiert worden ist. "Wir diskutieren über Glyphosat und auch die GroKo in Berlin hat eine Minimierungsstrategie im Koalitionsvertrag vereinbart, aber in der Realität nimmt der Absatz zu", fand die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte, die für ein Impulsreferat angereist war, deutliche Worte. Allein von 2017 auf 2018 sei der Absatz in Deutschland um 914 Tonnen angestiegen, was 24,3 Prozent entspreche. Ziel könne auch nicht der Umstieg auf andere Pestizide sein. Es müsse der gesamte Einsatz von Ackergiften reduziert und auf andere Methoden der Beikräuter- oder Schädlingsminimierung umgestellt werden. "Doch das ist arbeitsintensiver. Es muss also finanzielle Anreize geben", forderte die stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses. Da sei zum einen die Einführung einer Pestizidabgabe, um den Einsatz teurer und unattraktiver zu machen. Zum anderen müsse die Anschaffung von Geräten der mechanischen Unkrautbekämpfung durch diese zweckgebundenen Einnahmen unterstützt werden. Eine Methode, unerwünschten Bewuchs zu reduzieren, kann auch die Vorbereitung des Saatbetts vor Ausbringen der Hauptsaat sein. Das bringe die ungewollten Pflanzensamen im Boden zum Keimen, die kurz danach mechanisch beseitigt werden könnten, sodass die Feldfrucht danach weniger Konkurrenz habe, erläuterte Staudte und verwies auf Geräte zum Abflammen des Ackerbodens und andere thermische Behandlungen, sollten danach trotzdem Beikräuter wachsen. Zudem seien biologische Methoden des Pestizid-Einsatzes wie etwa Zitronen- oder Essigsäure möglich. Als Insektizid-Ersatz werde zum Beispiel auch Chili eingesetzt. Über all diese Methoden müsse eine intensive Beratung angeboten werden. "Demonstrationsbetriebe sind ein unersetzlicher Baustein, damit sich Landwirte austauschen können. Doch hier fördert die Groko nicht", kritisierten die Grünen. Moderatorin Imke Hennemann-Kreikenbohm, im Naturschutz aktiv, appellierte, dem Artensterben und der Belastung des Grundwassers nicht tatenlos zuzusehen: "Ein Weiter-so beim Pestizideinsatz darf es nicht geben."

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an