BAD NENNDORF (jl). In wenigen Tagen wird die Flüchtlingsunterkunft am Harrenhorst nicht länger als solche genutzt. Zum Monatsende läuft der Mietvertrag zwischen dem Landkreis und der IDB Schaumburg, eine Tochtergesellschaft der Sparkasse, als Eigentümerin der Immobilie aus. Das bestätigt deren Geschäftsführer Achim Lüders gegenüber dem Schaumburger Wochenblatt. Wie es auf dem Areal nahe dem Kurpark weitergeht, steht jedoch in den Sternen. "Das ist alles noch offen", nimmt Lüders jeglichen Spekulationen den Wind aus den Segeln, "faktisch ist alles denkbar". Heißt: Eine Sanierung des ehemaligen Paulus-Preatorius-Stifts wäre ebenso möglich wie ein Abriss in Verbindung mit einer Neubebauung unter Regie der IDB. Zudem kommt laut Lüders auch der Verkauf der Liegenschaft infrage. Die verstrichene Zeit seit der öffentlichen Debatte über eine mögliche Wohnbebauung vor zwei Jahren habe mehrere Interessenten auf den Plan gerufen. "Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig, darüber machen wir uns jetzt intern Gedanken", so der Geschäftsführer. Zudem wolle man mit der Politik über deren Vorstellungen sprechen. Erst danach würde die IDB, sofern sie sich mit ihrem Vorhaben außerhalb des gültigen Bebauungsrechts bewegt, den offiziellen politischen Prozess anschieben. Wann damit zu rechnen ist, kann Lüders nicht sagen: "Es gibt keinen Fahrplan, wir werden da keine Eile an den Tag legen." Dass bereits Gespräche mit der Verwaltung laufen, bestätigt auch deren Chef Mike Schmidt. Schriftlich liege jedoch noch nichts vor. Zur Erinnerung: Im Mai 2017 wollte die Sparkasse das Ex-Altenheim abreißen lassen, sobald der Mietvertrag ausgelaufen ist. Seinerzeit befasste sich die Politik mit Plänen für fünf Wohngebäude auf dem Areal, zu dem neben dem einstigen Pflegeheim noch eine große Grünfläche gehört. Für das damalige Projekt hätte der Bebauungsplan geändert werden müssen, da Stand jetzt ein Teil des Grundstücks nicht bebaut werden darf. Harrenhorst-Bewohner beäugten das Vorhaben kritisch, äußerten etwa Bedenken zur Höhe der Wohnblöcke, zur Nähe der bestehenden Häuser und zu einem höheren Verkehrsaufkommen. Obgleich begrüßt wurde, das Gelände überhaupt zu bebauen, vertagte der Bauausschuss die Abstimmung. Seitdem ist es ruhig geworden um die Zukunftspläne. Foto: jl
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Wie geht es mit dem ehemaligen Altenheim am Harrenhorst weiter?
Mietvertrag als Flüchtlingsunterkunft läuft aus / Nachnutzung noch offen
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