1. Niedrigschwellige Hilfe zukommen lassen

    Hilfe für Wohnungslose in der Krummen Straße / Nur zwei Berater stehen dem gesamten Landkreis zur Verfügung

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    STADTHAGEN/LANDKREIS (nh). Mit dem Verlust einer Wohnung sind oft individuelle Notsituationen und Schwierigkeiten verbunden. Dies kann der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Krankheit, ein Schicksalsschlag oder eine veränderte familiäre Situation sein. Ohne Dach über dem Kopf und ohne ein soziales Netz, das einen auffängt, kann es schwierig werden, aus eigener Kraft aus dieser misslichen Lage zu entkommen. Die Wohnungslosenhilfe in Stadthagen nimmt sich den Schicksalen dieser Personen an und versucht zu helfen, dort wo Hilfe nötig ist und gewünscht wird. Café Krumme 40 Frauke Harmening und Ralf Schütte bilden das Team der Wohnungslosenhilfe Schaumburg mit Sitz in der Krummen Straße 40 in Stadthagen. Die Beratungsstelle für wohnungslose Männer und Frauen bietet ambulante Hilfe und unterstützt auf dem Weg zurück in eine eigene Wohnung. Im Erdgeschoss befindet sich das Café"Krumme 40", in dem sich wohnungslose Männer und Frauen wochentags von 8 bis 13 aufhalten und frühstücken können. Mittwochs und freitags gibt es ebenfalls ein Mittagstisch-Angebot. Schütte und Harmening werden im Café-Betrieb von drei Mitarbeitern unterstützt, die sich um den Ablauf, die Vorbereitung und das Kochen kümmern. In den oben liegenden Beratungsräumen können Wohnungslose bei Bedarf Unterstützung bei Behördengängen, der Alltagsorganisation und der Suche nach einer neuen Wohnung finden. Doch auch ganz alltägliche Dinge wie eine Waschmaschine und Dusche finden sich hier. Mangel an Wohnraum Dieses niedrigschwellige Hilfsangebot trägt durchaus Früchte, man komme miteinander in Kontakt und fasse Vertrauen zueinander. "Manchmal dauert es ein wenig, bis sich jemand zu uns nach oben wagt. Täglich kommen rund 20 Personen hierher, viele kommen mehrmals in der Woche. Im vergangenen Jahr haben wir rund 144 Personen betreut, davon rund 80 Prozent Männer", erklärt Ralf Schütte. Hiervon konnten 27 erfolgreich in eine Wohnung vermittelt werden. Dabei komme nur ein Bruchteil der betroffenen Personen, die Dunkelziffer liege weitaus höher. Der Großteil ist zwischen 25 und 60 Jahre alt, es gebe aber in nahezu allen Altersgruppen Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Generell habe Schütte das Gefühl, dass die Anzahl der Besucher in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Dies sei zum einen durch individuelle Notlagen begründet, aber auch der Mangel an bezahlbarem Wohnraum verschärfe diese Situation zusätzlich. "Seit geraumer Zeit ist es sehr schwierig, geeigneten Wohnraum zu finden. Besonders das Segment der kleinen Wohnungen ist abgegrast", bestätigt Ralf Schütte. Er und Frauke Harmening sind hierbei nicht nur für Stadthagen, sondern den ganzen Landkreis zuständig. So fahren sie bei Bedarf auch in die benachbarten Kommunen, um hier Wohnungslose zu unterstützen. Unbürokratische Hilfen "Es wäre schon angenehmer, diese Aufgabe auf mehrere Schultern zu verteilen. Gerne würden wir hier zu einem anerkannten Treffpunkt für Wohnungslose werden, gerne auch mit einem Sozialarbeiter", sagen Schütte und Harmening. Denn manchmal bedürfe es neben den praktischen Hilfen auch einer sozialen Komponente und dem Neuaufbau des sozialen Netzes. "Wenn dieses fehlt, kann jemand, der es eigentlich schon geschafft hat, auch wieder zurück in die Wohnungslosigkeit fallen", erklärt Schütte. Für die Zukunft würden sie sich wünschen, dass man den Wohnungslosen weiterhin möglichst unbürokratisch Hilfen zukommen lassen und die Ressourcen für die aktive Hilfe nutzen könne anstatt für Papierarbeit. "Mehr personelle Kapazitäten wären schon hilfreich", sagt Frauke Harmening, "und das sich mehr passender Wohnraum und entgegenkommende Vermieter finden lassen". Übrigens - am 10. Mai ist Straßenfest in und um die Krumme Straße. Auch in der Wohnungslosenhilfe werden die Türen geöffnet sein. Interessierte sind herzlich willkommen. Foto: nh

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