BAD NENNDORF (jl). Eine 30.000 Euro teure Machbarkeitsstudie für eine mögliche Landesgartenschau in Bad Nenndorf auf den Weg bringen, ohne darüber öffentlich zu diskutieren: Das hatte Bernd Reese (Grüne) bei der Haushaltsdebatte im Stadtrat kritisiert. Nach damaligen Angaben von Verwaltungschef Mike Schmidt sollte es dazu einen Info-Tagespunkt im entsprechenden Fachausschuss geben. Der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss entschied jetzt anders - und gab direkt grünes Licht, ein Fachbüro mit der Studie zu beauftragen. "Wir brauchen Zahlen, Daten, Fakten - ohne konkrete Dinge ist es schwierig in der Öffentlichkeit zu diskutieren", erklärt Schmidt die Entscheidung. Denn Ziel des Papiers -übrigens eine Grundvoraussetzung für die Bewerbung beim Landwirtschaftsministerium - sei es, herauszufinden, ob sich eine derart große Veranstaltung überhaupt im Kurpark realisieren lässt. Dabei spielen vor allem die Finanzen eine Rolle, müsste doch eigens eine Betreibergesellschaft gegründet werden. "Wir wollen nicht drauflegen", findet Schmidt klare Worte. Entscheidend sei auch ein Verkehrskonzept, wie sich die Autos der Besucher aus der Stadt heraushalten lassen. Immerhin zählte die Landesgartenschau in Bad Iburg im vergangenen Jahr fast 600.000 Gäste. Zudem seien die örtliche Bevölkerung und Wirtschaft in großem Umfang zu beteiligen und mitzunehmen. "Die Stadt muss das leben", so der Stadtdirektor. Und über all dem steht die Frage nach der Nachhaltigkeit für die Kurstadt. Schmidt: "Wir wollen nicht nur sechs Monate die Leute belustigen, sondern einen nachhaltigen Vorteil und Imagegewinn für die Kliniken und den Tourismus gewinnen." Er spricht von Wirtschaftsförderung und sieht die 30.000 Euro als gut investiertes Geld, das im Vergleich zu den hunderttausenden von Euro für den Tourismus vor Ort eine "vernünftige Summe" sei. Schmidt selbst schätzt die Chancen der Kurstadt - abgesehen von der noch zu klärenden Verkehrsproblematik - als positiv ein. Während viele ausrichtende Orte ihre Innenstadt und Parkanlage eigens für die Gartenschau "pimpen", hat die Kurstadt diese bereits saniert und muss laut Schmidt nur noch "Nuancen und Highlights" setzen. Und für Investitionen stünden Fördertöpfe zur Verfügung. Zudem geht er davon aus, dass die Lage vor den Toren Hannovers und die gute Infrastruktur mit der Anbindung an die Autobahn 2 für hohe Besucherzahlen sorgen. "Ich kann mir eine Landesgartenschau super vorstellen, aber nicht um jeden Preis", so Schmidt abschließend. Die Idee dazu, betont der Stadtdirektor, forciere übrigens nicht nur er allein. Im vergangenen Sommer besuchte er gemeinsam mit der Hälfte der Stadtratsmitglieder die Landesgartenschau in Bad Iburg -"und alle, die mit waren, befanden das für gut und wollten das in die Politik bringen". Wann sich diese damit öffentlich beschäftigt, kann er nicht datieren. Es müsse aber noch in diesem Jahr passieren, da 2020 bereits die Bewerbung abzuschicken wäre. Zunächst gelte es ein Büro zu finden, das die Analyse durchführen kann. Foto: jl
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Ist eine Landesgartenschau in Bad Nenndorf realisierbar?
Ein Fachbüro soll es herausfinden / Verwaltungsausschuss sagt Ja zur Studie
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