1. Unter Frauen tanzen, singen und lachen

    Circa 400 Frauen feiern gemeinsam den Internationalen Frauentag in Stadthagen – und ich bin mitten drin

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    Bereits am Eingang tummeln sich zahlreiche Frauen. In der großen Menge kann ich eine der Organisatorinnen, Dagmar Severs von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe des Landkreises, entdecken. "Rund 280 Anmeldungen haben wir im Vorfeld erhalten, doch mittlerweile sind wir weit über 350 Frauen hinaus. Ich schätze, dass wir den Frauentag in diesem Jahr mit rund 400 Frauen aller Nationalitäten und jeden Altes feiern", ruft sie mir über die Laustärke der Menge hinweg. Noch während ich mich umsehe, kann ich tatsächlich Mädchen und Frauen aus Afghanistan, Syrien, Russland, der Türkei, dem Iran und Irak sehen. Auch zahlreiche deutsche Frauen tummeln sich in der Menge. Doch bevor es richtig losgeht, richten die Organisatorinnen der Diakonie, des Landkreises, des Familienzentrums und der AWO von der Bühne aus einige Worte an die teils schon feiernde Menge. "Wir freuen uns, dass so viele Frauen zum Tanzen, Singen, Lachen und Essen hierher gekommen sind", wendet sich Christa Harms an die jubelnde Menge. Dann tritt Schukiba auf die Bühne. Die 38-Jährige ist Hebamme in Afghanistan. Auf Persisch hält sie eine Rede, die sich an alle Frauen in der Welt richtet. Auch wenn viele - einschließlich ich - nicht verstehen können, über was Schukiba spricht, merken wir, mit wie viel Kraft sie die Worte an uns richtet. "Alle Frauen in allen Ländern sollen auf ihren eigenen Beinen stehen und ihren eigenen Weg gehen", übersetzt mir eine Frau ein paar Sätze. Und dann wird endlich gefeiert. Durch die finanzielle Unterstützung von Dr. Gabriele Wittmann konnte auch in diesem Jahr wieder DJ-Frau Jenny organisiert werden. Vom Rand der Bühne aus habe ich kaum eine Übersicht über die nun zahlreichen tanzenden Frauen, die sich zunächst für einen gemeinsamen Anfangstanz versammeln. Doch auch danach ist die Tanzfläche brechend voll, alle Frauen tanzen ausgelassen. Dabei achtet niemand darauf, wie man sich bewegt. Es geht einfach darum, Spaß zu haben. "Ohne Männer wird hier ganz anders gefeiert", ruft mir eine Frau zu. Sie trägt ein wunderschönes Kleid und hat sich, ebenso wie manch andere, wahrlich schick gemacht. Die Zeit vergeht wie im Flug, schon wird die erste Gruppe für das Büffet aufgerufen. Von der Tanzfläche aus gehe ich zu den aus aller Welt stammenden Speisen und probiere das ein oder andere Stück. Von süßüber salzig, von deftig bis frisch ist alles mit dabei - Reis mit Hähnchenfleisch und Rosinen, Hackfleisch in Teig eingebettet, türkische Süßigkeiten und diverse Kuchen. Die circa 400 Frauen brachten so viele Speisen mit, dass viele davon zunächst in einen anderen Raum gestellt werden mussten. Ein letztes Mal schaue ich mich auf der Tanzfläche um und tanze ein bisschen mit. Auch wenn es mir schwer fällt, verlasse ich nach gut eineinhalb Stunden das Gebäude. Genau so feiert man den Internationalen Frauentag, denke ich mir lächelnd. Foto: jb

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