BAD NENNDORF (jl). Ein "Feuerwerk an Perspektiven", wie es Landrat Jörg Farr formulierte, hat die Stadt Bad Nenndorf bei ihrem Neujahrsempfang entzündet. Stadt und Infrastruktur wachsen ebenso wie die Wirtschaf und der Veranstaltungskalender - in diesem Jahr soll sogar eine Stadtwette auf die Beine gestellt werden. Aber auch das Minus im Haushalt erreicht mit einer Verschuldung von rund 15 Millionen Euro ein rekordverdächtiges Wachstum. Dennoch: "Die Schulden sind gut investiert", sagte Bürgermeisterin Marlies Mattias. Größter Ausgabeposten ist die vor einem halben Jahr begonnene Kurhaussanierung, die allein ein Darlehen von 7,5 Millionen Euro braucht. Es seien jedoch nur "kurzfristige Schulden zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur", betonte Matthias und zeigte sich überzeugt: "Wir werden einen schönen Mittelpunkt bekommen - koste es, was es wolle." Eine Aussage, die mit einem durch den Raum gehenden Raunen nicht unkommentiert blieb. Während der Bauzeit sei zwar mit weniger Mieteinnahmen zu rechnen, die Stadt könne sich zurzeit aber auch ein unwirtschaftliches Kurhaus leisten. "Die Steuereinnahmen sprudeln", sagte sie. Die Kurstadt sei die "gute Stube der Samtgemeinde". Eine Entwicklung die laut Matthias vor allem der heimischen Wirtschaft, dem "Motor unserer Gesellschaft", zu verdanken ist. Damit dies so bleibe, müssten auch zukünftig bezahlbarer Wohnraum und Arbeitsplätze geschaffen sowie Straßen ausgebaut werden -"in kleinen Schritten" und "mit Augenmaß", wie die Bürgermeisterin betonte. Zudem seien die Feste und Veranstaltungen ein touristischer Anziehungspunkt, der für das Image Bad Nenndorfs erhalten bleiben müsse. In diesem Jahr kommt sogar ein zusätzliches Großevent hinzu, wie Stadtdirektor Mike Schmidt den Gästen verkündete: Der NDR wird Bad Nenndorf Anfang August mit einer Stadtwette herausfordern. Beim anschließenden Konzert sei mit 15.000 Zuschauern zu rechnen. Dem wiederholten Wunsch des hiesigen Verwaltungschefs, die Landesgartenschau 2026 in die Kurstadt zu holen, sicherte Landrat Farr zu, das Vorhaben positiv zu begleiten: "Davon kann ein Schub für ganz Schaumburg ausgehen." Eine finanzielle Unterstützung des Landkreises sei in jedem Fall denkbar. 2018 sei nicht zuletzt wegen des wirtschaftlichen Wachstums im Kreisgebiet insgesamt wieder ein gutes Jahr gewesen. Die behutsame Weiterentwicklung von Gewerbegebieten sei ein Thema, das der Landkreis gemeinsam mit den Gemeinden angehen wolle. Zudem sollen mit einer stärkeren Digitalisierung im Dienstleistungsbereich kürzere Wege für den Bürger geschaffen werden. Sorgen wurden nur an einer Stelle laut: Der Ton im Umgang mit der Politik werde aggressiver, wie Nenndorfs Verwaltungschef anmerkte. Sein Appell: "Lasst uns auf Augenhöhe miteinander sprechen." Foto: jl
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Die "gute Stube" der Samtgemeinde wächst weiter
In der Stadt sprudeln die Steuereinnahmen / Gut investierte Schulden
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