BAD NENNDORF (jl). Der eine sagte, es sei "Müll"- der andere lobte es als "hervorragend": Das viel diskutierte Verkehrskonzept hat nicht ohne eine erneute Debatte grünes Licht vom Rat bekommen. Einig waren sich die Politiker darin, dass die Ausweisung von Tempo-30-Zonen vor Kitas und Schulen kurzfristig umzusetzen ist. Die Verwaltung aber mit der Vorbereitung des gesamten Maßnahmenkatalogs zu beauftragen, missfiel der SPD-Fraktionsspitze. Mit einer Auswahl sei man besser beraten, und diese müsse zu gegebener Zeit noch einmal auf dem Tisch der Politik landen. Insgesamt fehlte Volker Busse die Diskussionsgrundlage. "Es war nicht ganz so überzeugen, wie es vorgetragen wurde und was darin steht", meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende und verwies auf das avisierte Entfernen der Tempo-40-Schilder im Stadtgebiet. Das lehne seine Partei ab. "Eigentlich könnte man es auch in Müll werfen", so Busse über die 60-seitige Ausarbeitung. Das wies Mike Schmidt kopfschüttelnd zurück. "Ihnen liegt hier ein hervorragendes Verkehrskonzept vor", sagte der Stadtdirektor. Es beinhalte Messungen sowie zahlreiche Sonderwünsche und gebe klare Handlungsanweisungen. Es nur zur Kenntnis zu nehmen und in die Schublade zu stecken, nehme der Verwaltung die Basis, aktiv zu werden. Schmidt: "Ich hatte mir hieraus mehr versprochen." Als "große, runde Sache" sah Imke Hennemann-Kreikenbohm (Grüne) das Papier. Auch Cornelia Jäger (CDU) war dagegen, die Konzeptergebnisse eines Experten zu hinterfragen. Sie plädierte dafür, die Ausarbeitung in ihrer vorliegenden Form zu akzeptieren und die Verwaltung zu beauftragen, eine Prioritätenliste zu erstellen, nach der die einzelnen Aspekte umgesetzt werden sollen. Die Realisierung sei jeweils nochmal zu erörtern. Wichtig sei, die Priorisierung ständig zu überarbeiten, wie Bernd Zimmermann (WGN) betonte. Dem folgten die Ratsmitglieder. Foto: jl/Archiv
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Das Verkehrskonzept spaltet noch einmal die Meinungen im Rat
Rat votiert für das Maßnahmenpapier / Bei Umsetzung ist Politik jeweils mit einzubeziehen
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