1. 360.000 Euro für bedrohte Amphibien

    Staatssekretär Doods übergibt Bescheid

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    LANDKREIS (pp). Es gibt eine ausgezeichnete Nachricht für die europaweit geschützten Kammmolche, Laubfrösche und acht weitere Amphibienarten im Bereich der Kreisstraße 45 (K 45) im Bereich des Entsorgungszentrums in Sachsenhagen: Der Niedersächsische Umweltstaatssekretär Frank Doods hat einen Förderbescheid über 250.000 Euro (174.000 Euro EU-Mittel plus 52.000 Euro vom Land) an Kreisdezernentin Andrea Stüdemann übergeben. Mit dem Geld, dass der Landkreis und die AWS um weitere 110.000 Euro aufstocken, wird bis Ende 2019 ein Amphibienschutzkonzept in der Sachsenhäger Niederung umgesetzt, dass unter anderem 600 Meter lange, fest installierte Barrieren und vier Querungstunnel entlang der K 45 umfasst. "Wir freuen uns, dass wir den Landkreis Schaumburg als regionalen Partner haben. Diese Maßnahme ist eines von 41 Projekten, die wir in diesem Jahr nach der Richtlinie 'Landschaftswerte' fördern", so der Staatssekretär. "Wir begrüßen neue Ideen und wollen kluge Wege gehen!" Verfasst und eingereicht wurde der Förderantrag vom Naturschutzamt des Landkreises um seine Leiterin Martina Engelking. Entwickelt wurde das Konzept hauptsächlich von Thomas Brandt, dem technischen Leiter der Artenschutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM). "Nicht zuletzt durch das ehrenamtliche Engagement des Naturschutzbundes Sachsenhagen (NABU) ist die Zahl der wandernden Amphibien in diesem Bereich von 77 im Jahr 2007 auf 2.205 in diesem Jahr gestiegen. Es wurden im Frühjahr 716 Erdkröten, 259 Frösche plus 22 Laubfrösche und 1.208 Molche verschiedener Arten gezählt. Damit ist hier die größte Population in Schaumburg entstanden", freute sich Bandt beim Pressetermin, der vor Ort von einem Froschkonzert untermalt wurde. Dies ist auch deshalb eine besondere Nachricht, weil die europaweit geschützten Kammmolche und Laubfrösche eine Heimat in Sachsenhagen gefunden haben. Für den NABU Sachsenhagen und seinen Vorsitzenden Eckhard Seidel bedeutet die Maßnahme eine enorme Arbeitsersparnis und mehr Sicherheit. Bislang haben ganze Familien die Amphibien gesammelt und über die K 45 getragen, was aufgrund oft schnell fahrender Autos nicht ganz ungefährlich war. "Arbeit haben wir trotzdem genug", stellte Seidel fest. Unter anderem betreuen ein neues Projekt am Rehburger Berg, bei dem wir uns besonders um Wildbienen und Vögel kümmern. Foto: pp

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