1. "Kiebitze sind auf uns angewiesen"

    Wie Landwirt Cord Lattwesen hilft

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    HOHNHORST (jl). Er hat es nicht gerade leicht, als Bodenbrüter auf freier Fläche. Die Rede ist vom Kiebitz. Sein Bestand gilt als global bedroht. Auch im Nenndorfer Raum kann man den Vogel mit dem grün-grau schimmernden Mantel und der zweizipfligen Haube lange suchen - es sei denn man besucht Cord Lattwesen. Die Familie des Landwirts betreibt seit fast 20 Jahren einen aktiven Schutz dieser gefährdeten Vogelart, um sie in der Region zu halten. Drei Nester befinden sich in diesem Jahr auf den Maisfeldern in Hohnhorst: "Ich wüsste nicht, wo es in der Gemeinde oder Samtgemeinde noch Kiebitze gibt." In den mit Halmen gepolsterten Mulden liegen jeweils vier beige-braun gefleckte Eier. Sie auf dem braunen Untergrund zu finden, ist nicht einfach. Lattwesen macht sich dennoch jedes Jahr, bevor er die Äcker bestellt, auf die Suche, um keine Nester mit seinen Landmaschinen zu zerstören. Er markiert die Stellen und umfährt sie fortan. In Gerste- oder Weizenbeständen etwa erübrigt sich die Suche. Bereits vor dem Winter gedrillt, bieten sie dem Kiebitz zur Brutzeit im April und Mai keine offene Fläche mehr, auf Sicht brüten zu können. Das Problem: Die Gefahr ist tierischer Natur und lauert mit Mardern oder Füchsen nicht nur am Boden, sondern mit Greifvögeln auch in der Luft. "Alle drei Nester sind zwischendurch einmal geräubert worden", berichtet Lattwesen. In diesen Fällen setzten Kiebitze aber oft nochmal nach und legten an anderer Stelle ein neues Nest an. So auch in Hohnhorst, wo der Nachwuchs schon bald schwindelerregende Pirouetten drehen kann. Das Flugverhalten fasziniere Lattwesen, wie dieser verrät. Und die Liebe zur Natur treibe ihn an, den Kiebitzen Flächen zur Verfügung zu stellen. "Sie sind auf uns angewiesen", zuckt der Bauer mit den Schultern. Er wolle aber auch eine Brücke schlagen zur Bevölkerung und Vorwürfen begegnen, die konventionelle Landwirtschaft würde tierische Lebensräume zerstören: "Natur kann trotzdem funktionieren." Foto: jl

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