1. Unfälle, Verletzte und fünf Tote

    Polizei Bad Nenndorf präsentiert Unfallstatistik / Im Vergleich zu 2016 gestiegen

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    NENNDORF/RODENBERG (jl). Im Gegensatz zur gesunkenen Kriminalitätszahl ist die Statistik der Verkehrsunfälle 2017 weitaus weniger erfreulich: Mit 694 Crashs auf Nenndorfer und Rodenberger Straßen (also ohne das Geschehen auf der A2) listet sie nicht nur 84 mehr, sondern auch fünf mit tödlichem Ausgang. Zum Vergleich: In 2016 war keine Person im Straßenverkehr getötet worden. Im Anstieg der Gesamtzahl spiegle sich zwar der Landestrend wider. Etwas völlig Neues sei dies aber nicht, sagt Steffen Arndt, Leiter des Streifen- und Einsatzdienstes: "Das schwankt immer, auch je nachdem wie das Wetter war." 2015 waren es mit 682 Unfällen beispielswese annähernd genauso viele. Zugenommen haben die Personenschäden. Fünf Menschen starben in Folge von Verkehrsunfällen. Der jüngste tragische Vorfall ereignete sich kurz vor dem Jahreswechsel bei Haste, als ein junger Pkw-Fahrer mit einem Trecker kollidierte und seinen Verletzungen erlag. "Das ist leider etwas, das wir aus verkehrspolizeilicher Sicht nicht beeinflussen können", sagt Arndt über die unterschiedlichen Unglückspunkte. "Wir haben keine Stelle, wo wir jedes Jahr tödliche Unfälle haben und es nicht in Griff bekommen." Mit insgesamt 22 stieg die Zahl der Schwerverletzten um sieben. Zu diesen zählt jemand, der mindestens 24 Stunden stationär im Krankenhaus verbringt oder verstirbt. Leicht verletzt wurden 102 Verkehrsteilnehmer (2016: 80). Unfallhäufigkeitsstellen hat das hiesige Kommissariat gleich sieben ausgemacht - vorwiegend auf der Bundesstraße 442. In der Gemarkung Lauenau betrifft das die Einmündung auf die K 59 auf Höhe der Shell-Tankstelle, die A2-Anschlussstelle sowie die Zufahrt zum Autohof mit vermehrten Abbiegeunfällen. Betroffen ist zudem die Abzweigung von der L444 Richtung Reinsdorf. Neuer Gefahrenpunkt ist in Bad Nenndorf die Kreuzung Gehrenbreite, die in diesem Jahr jedoch grundlegend umgestaltet wird und damit wieder aus der Liste verschwinden dürfte. Ein bekannter unfallträchtiger Punkt blieb die Kreuzung Drei Steine, oft bei ausgefallener Ampel. Nach der Umrüstung auf LED-Technik, die für weniger Ausfallzeiten sorgen soll, sind Arndt zufolge keine Verbesserungen mehr möglich. Auch die K 61 bei Messenkamp wird wegen Wild- und Motorradunfällen genannt. "Aber auch die ist baulich ausgereizt", konstatiert der Einsatz- und Streifendienstleiter hinsichtlich des Tempolimits, der Rüttelstreifen und umgerüsteten Leitplanken. Ein Großteil der Unfälle wird durch Ablenkung mit verursacht. "Da werden wir auch zukünftig einen Schwerpunkt setzen", mahnt Arndt. Für die Beamten bedeutet das personalaufwendige Zivilkontrollen, um etwa Handysünder zu erwischen - und zu belehren. 49 konnten sie im vergangenen Jahr auf frischer Tat ertappen. 155 waren nicht angeschnallt und 294 hielten sich nicht ans Tempolimit - auch überhöhte Geschwindigkeit sei eine häufige Ursache. Trunkenheit hinterm Steuern stellten die Beamten in 21 Fällen fest, 24 Personen fuhren unter Einfluss von Drogen- oder Medikamenten. Letzteres wurde bei zwei, Alkohol bei acht Unfällen nachgewiesen. Auch bei den Unfallfluchten kämpfte die Polizei wieder mit einem Anstieg auf das Niveau von 2015: von 164 auf 182. Arndt spricht von einem "sozialschädlichen Verhalten", für das ihm jedwedes Verständnis fehle. Die Aufklärungsquote von gut 42 Prozent hat sich leicht verbessert. 
Foto: jl/Archiv

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