BAD NENNDORF/LANDKREIS (bb). Zeitgleich mit der Aktion in Bad Nenndorf gingen nach Meldung der Bundespolizei rund 1500 Beamte in zwölf Bundesländern an 61 weiteren Einsatzorten vor. 62 Bordelle und Wohnungen seien in dieser "personell größten Exekutivmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei" durchsucht worden. Grund für das Vorgehen im Auftrag der Bundesstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main waren Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern, der gewerbs- und bandenmäßigen Zwangsprostitution, der Zuhälterei und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt, die sich gegen insgesamt 54 Beschuldigte richtete. Zum Kern der Gruppierung, welche die Polizei der organisierten Kriminalität zurechnet, zählen 17 Beschuldigte. Die Gruppierung soll thailändische Frauen und Transsexuelle mit erschlichenen Visa eingeschleust haben. Die so ins Land gekommenen sollen im Rotationsprinzip in Bordellen in nahezu dem gesamten Bundesgebiet eingesetzt worden seien. Ihren Lohn mussten sie laut Polizeimitteilung allerdings zu nahezu 100 Prozent an die jeweiligen Betreiber abführen, um so den Schleuserlohn in Höhe von 16.000 bis 36.000 Euro abzuarbeiten. Seit mehr als einem Jahr führe die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Bundesinnenminister Horst Seehofer wertet die Aktion "als harten und in seinem Ausmaß beispiellosen Schlag gegen ein bundesweit verzweigtes Netzwerk der Organisierten Kriminalität". Und lässt sich weiter zitieren: "Viele hunderte Frauen und Männer waren der menschenverachtenden grenzenlosen Profitgier von Schleusern über Jahres und Landesgrenzen hinweg ausgeliefert. Diesem skrupellosen Vorgehen und der sexuellen Ausbeutung in einem abscheulichen Ausmaß konnte heute ein Ende gesetzt werden." Sieben Haftbefehle seien vollstreckt worden, so die Bundespolizei in ihrer Meldung, und 81 Personen, die sich illegal in Deutschland aufhalten, seien von der Polizei angetroffen worden. Dazu hätten die Beamten zahlreiche Beweismittel und Bargeld in Höhe von rund 250.000 Euro sichergestellt.
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"Schlag gegen bundesweit verzweigtes Netzwerk"
Rund 1.500 Polizisten in zwölf Bundesländern im Einsatz
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