HOHNHORST (mk). Das Café Martini-Team der Kirchengemeinde Hohnhorst begrüßte in Schaumburger Tracht zahlreiche Gäste zu einem Nachmittag mit Sophie Mensching, die zu einem Vortrag zum Thema "Schaumburger Tracht zum Anfassen" eingeladen hatte. Drei Gastpuppen in Schaumburger-Tracht waren ihre Begleiter. Die Kleidung der Gastpuppen stellte die Abtrauerkleidung der dreijährigen Trauerzeit dar. Die im ersten Jahr ganz in schwarz getragene Kleidung stellte durch eine zusätzliche kleine schwarze Schürze, die Pölsch, die Tieftrauerphase dar. Im zweiten Jahr wurde das Ganze durch Perlen und im dritten Trauerjahr durch schwarz-weiße oder silberne Schürzen beziehungsweise Schlipse aufgelockert. Die Tauftracht der Kinder bestand bei den Mädchen aus roten und der Jungen aus schwarzen Kleidern und war mit vielen Spiegeln an der Tracht versehen. Die Kinder, Jungen wie Mädchen, trugen bis zu ihrem fünften Lebensjahr Kleider "Poche", danach wurden die Jungen erst mit Hosen eingekleidet. Die Patenverbindung war eine enge Verbindung auf Lebenszeit. An der Patenschenkung einer Schürze zur Prüfung, konnte man den Wohlstand der Familie erkennen. Wer viel Vermögen besaß, konnte sich mehr Stickereien leisten und Seidengarne verarbeiten. Bis zum Zeitpunkt der Vermählung, war die Ausstattung der Tracht für das ganze Leben angefertigt worden. Man begann schon im Kindesalter mit der Näherei und Stickerei. Wohlhabende Leute konnten sich Bernsteinketten leisten. Die günstigere Ausführung bestand aus Glasperlen. Die Abendmahl- beziehungsweise Konfirmationstracht war komplett schwarz und stellte in der Ausführung mit einer weißen Schürze, die Unschuld der Konfirmandin dar. Dazu waren sie mit zwei großen weißen gewellten Halskrausen, die Hälschen ausgestattet. Anhand der in Tracht anwesenden Personen konnte Mensching die Unterschiede deutlich machen. Ein fröhlicher und informativer Nachmittag, der schnell verging.Foto: privat
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Eine Tracht zum Anfassen
Für jeden Lebensabschnitt passend gekleidet / Unterschied bei Arm und Reich
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