1. Nachbarn aller Nationen zusammenbringen

    AWO eröffnet das "Begegnungszentrum Mittelpunkt Hüttenstraße" / Integration ist eine Generationenaufgabe

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    STADTHAGEN (bb). Quartiersmanagerin Christina Allard-Kopplin hat im "Begegnungszentrum Mittelpunkt Hüttenstraße" mit ihrem Team längst die Arbeit am Standort in der Stadthäger Weststadt aufgenommen und beispielsweise Treffen organisiert, Kontakte geknüpft und Beratungen geleistet. Nun feierte der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) die offizielle Eröffnung der neuen Einrichtung mit einem Empfang und einem Tag der offenen Tür. "Die AWO stellt sich der Generationenaufgabe der Integration", betonte Heinz-Gerd Schöttelndreier, Kreisvorsitzender der AWO, in seiner Eröffnungsrede. Der Landkreis Schaumburg habe sehr gute Ansätze zur Bewältigung diese Aufgabe entwickelt und sei gemeinsam mit Land und Kommunen in vielfältiger Weise auf diesem Feld tätig. "Wir können aber noch mehr tun", hielt Schöttelndreier fest. Mit dem Begegnungszentrum werde nun ein weiterer Baustein hinzugefügt, der mit seiner "Gemeinwesensarbeit im Viertel" für alle geöffnet sei und Nachbarn unterschiedlichster Herkunft zusammenführen solle. Heidemarie Hanauske, Kreisgeschäftsführerin der AWO, ging auf die Standortwahl für das von Land und Stadt geförderte Projekt auf dem ehemaligen Alcatel-Gelände ein. Das angrenzende Stadtviertel weise schon seit vielen Jahren einen hohen Migrantenanteil auf. Im Rahmen des Zuzuges von Flüchtlingen habe sich die Vielfalt im Quartier noch erhöht. Ein größerer Treffpunkt sei in diesem Stadtgebiet bisher jedoch nicht vorhanden gewesen. "Hier muss Begegnung her", betonte Hanauske daher, das Zentrum solle das Miteinander von alteingesessenen Anwohnern mit und ohne Migrationshintergrund, von den neu hinzugekommenen Flüchtlingen und zwischen den Generationen fördern. Neben Stadt, Land und Landkreis dankte sie Sven Rickes, Inhaber des Gewerbeparks, auf dem das Zentrum beheimatet ist. Als Vermieter sei er dem Projekt auf vielfältige Weise entgegengekommen. Dazu liege sein Vorhaben der Öffnung des Geländes und seiner Verknüpfung mit dem benachbarten Viertel genau auf der Linie des Begegnungszentrums. Es ergebe sich die Möglichkeit, dass Stadtgebiet insgesamt weiterzuentwickeln. "Aber das braucht Zeit", wandte sie sich Hanauske lächelnd an den niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Olaf Lies. Und spielte damit auf die Hoffnung an, dass das Land seine zunächst auf ein Jahr befristete Förderung verlängern könnte. Lies unterstrich die Bedeutung des Projektes. Es gelte, die Fehler aus den 50er und 60er Jahren nicht zu wiederholen. Die sogenannten Gastarbeiter hätten ihren Anteil zur Erwirtschaftung der Grundlage des heutigen Wohlstandes geleistet, es sei jedoch damals nicht gelungen, den Begriff der Integration so mit Leben zu füllen, wie es nötig gewesen wäre. Heute sei es sehr wichtig, Begegnungsstätten zu schaffen, um Integration zu ermöglichen. Um diese zu bewältigen, müssten die Menschen sowohl Zugang zur Gesellschaft als auch in die Arbeitswelt bekommen. Die Hauptlast der Integration werde vor Ort von den Gemeinden und Landkreisen getragen. Das Land wolle diesen mit der Förderung "Gemeinwesensarbeit und Quartiersmanagement" mit Modellprojekten Unterstützung leisten. Die AWO-Schaumburg habe mit einem ausgereiften Konzept überzeugt und so den Zuschlag für die Förderung erhalten. Dieses solle nun Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Kommunen sein. Sicher sei zu diskutieren, wie gelungene Projekte auch auf Dauer zu erhalten seien. Landrat Jörg Farr hob hervor, dass der Landkreis von Anfang an darauf gesetzt habe, die Aufnahme der Flüchtlinge mit Sozialarbeit zu begleiten. Um sowohl die Flüchtlinge als auch die Nachbarn und Ehrenamtlichen zu unterstützen. Das freiwillige Engagement spiele eine ganz entscheidende Rolle bei Bewältigung der Integration. Dieses brauche jedoch Unterstützung durch hauptamtliche Strukturen, wie sie eben auch im neuen Begegnungszentrum geleistet werde. An den offiziellen Empfang schloss sich ein Tag der offenen Tür an. Zu diesem hatte die AWO mit der Verteilung von 2000 Flyern im Quartier eingeladen. Zahlreiche Interessierte nutzten die Möglichkeit, das Zentrum kennen zu lernen. Foto: bb

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