1. Arbeitgeber zeigen weiterhin harte Kante

    Gewerkschaft ver.di führt Warnstreik durch / Forderungen zu sechs Prozent mehr Lohn / Mehr Wertschätzung

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    LANDKREIS/STADTHAGEN (jb). Stadtbahnen und Busse der Üstra blieben den gesamten Tag über im Depot, die Abfuhr von Müll und Wertstoffen fiel aus und alle städtischen Kitas blieben geschlossen. Nachdem auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst, den ÖPNV und die Ver- und Endsorgung kein Ergebnis gebracht hatte, rief die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag zu ganztägigen Warnstreiks auf. Auch in Stadthagen versammelten sich rund 200 Beschäftigte bei der Alten Polizei, um von dort in einem Demonstrationszug die Obernstraße hinunter zu marschieren. Trillerpfeifen, Trommeln, Fahnen und Plakate machten auf den Unmut der Beschäftigten aufmerksam, positive Zurufe erhielten sie auf dem Weg durch die Innenstadt. Nebenbei sangen sie einen Protestsong. "Steckt die Köpfe in den Sand, wenn sich niemand mehr drum kümmert in unserem schönen Land", heißt es darin. "Wir sind es wert, deswegen sind wir hier!", ruft Michael Patschkowski, Gewerkschaftssekretär bei ver.di, über ein Mikrofon in die Menge. Immer wieder hallt dieser Ruf von den Häuserwänden wider. Mitarbeiter der Stadt Stadthagen, des Landkreises, der Straßenmeisterei, der Bundeswehr in Bückeburg/Achum und viele weitere aus dem gesamten Landkreis hören ihm gespannt zu und geben ihm lautstark Recht. "Wir können und wollen es nicht länger hinnehmen, dass die Arbeitgeber trotz sprudelnder Steuereinnahmen so starken Widerstand leisten. In den letzten Jahren haben wir unterdurchschnittlich verdient und das können wir nicht verstehen!" Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Der Bund wird aufgefordert, das Verhandlungsergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die 344.000 Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie 182.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger zu übertragen. Gegenüber denen, die diese Forderungen als nicht realistisch ansehen, weiß Patschkowski sich zu äußern. "Was ist das für eine Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten?", fragt er. Auch Thomas Schmidt, Stellvertreter des Ortsvereins von ver.di in Stadthagen, spricht von einer Frechheit. Die Arbeitgeber würden sich dauernd nur beschweren, anstatt mal etwas anzubieten. "Zur Zeit wissen wir gar nicht, was die Arbeitgeber wollen", betont er. Den Warnstreik am Donnerstag bezeichnet er als einen Auftakt. Die Beschäftigten seien jederzeit bereit erneut auf die Straße zu gehen. "Wir sehen uns bald wieder", verspricht er den Anwesenden. Vor der Sparkasse in der Innenstadt war ein Info-Stand aufgebaut, bei dem ver.di Passanten über die Hintergründe informierte. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 15. und 16. April in Potsdam terminiert. Foto: jb

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