1. Leuchtturmprojekt "Jugendpark" nimmt Fahrt auf

    "Bad Nenndorf hat einen dringenden Handlungsbedarf, um das Image ‚Rentnerstadt‘ loszuwerden" / Baubeginn im Sommer

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    In 2017 führte der Rat nun eine aufwendige Umfrage zum tatsächlichen Bedarf der Jugendlichen durch. 542 Jugendliche nahmen daran teil, hauptsächlich im Alter von 15 bis 20 Jahren (51 Prozent). Knapp 300 Teilnehmer kamen dabei aus der Stadt Bad Nenndorf selbst. Die Umfrage umfasste dabei nicht nur die Mobilität und die Freizeitgestaltung. Eine der Fragen beschäftigte sich direkt damit, ob es Treffpunkte für Jugendliche im eigenen Ort gäbe. Und gerade in Riepen waren sich die Jugendlichen sogar zu fast einhundert Prozent einig: Nein, gibt es nicht. Ähnlich sieht es im Rest der Samtgemeinde Nenndorf, der Samtgemeinde Rodenberg und den Gemeinden Haste, Hohnhorst und Suthfeld aus: Die Jugendlichen sind unzufrieden mit den vorhandenen beziehungsweise eben nicht vorhandenen Angeboten. Besonders gewünscht sind vor allem ein eigener Jugendraum, überdachte Sitzgelegenheiten sowie ein Grillplatz. Doch auch Outdoor-Fitnessgeräte und Basketballkörbe sind stark nachgefragt. Das bestehende Jugendzentrum in Bad Nenndorf sei zudem nicht groß genug, es gäbe zu wenige Möglichkeiten. Allerdings zeigen sich 40 Prozent interessiert an den dortigen Veranstaltungen, weitere 25 Prozent würden sogar mitplanen wollen. Die genauen Ergebnisse der Umfrage sind unter http://projugend.info/?page_id=144 abrufbar. "Natürlich ist uns klar, dass nicht in jedem Ort ein Jugendzentrum, ein Grillplatz oder Ähnliches errichtet werden kann, das ist kostenmäßig überhaupt nicht realisierbar. Aber attraktivere Möglichkeiten oder der geplante Jugendpark als zentraler Treffpunkt wären ein guter Anfang", erklärte eine 17-jährige aus Riepen. Und genau da liegt der Knackpunkt: Der Jugendpark. Bereits seit 2015 wird eine Skateanlage geplant. Nach zwei Jahren Planung kam jedoch im Juni letzten Jahres die Idee auf, die Anlage zu einem 8000 Quadratmeter großen Jugendpark zu erweitern. Zwischen dem Hallenbad und dem neuen Feuerwehrgerätehaus soll dieser nun in Bad Nenndorf entstehen. Geplant seien dann neben der Skateanlage auch eine Pumptrack-, Parcours-, Calisthenics- und Fitnessanlage. Außerdem soll es ein Streetballfeld geben. Abgerundet wird das Angebot durch eine Spielwiese und Möglichkeiten für Slackline-Interessierte. Neben einigen Sitzgelegenheiten sind auch Überdachungen und ein Grillplatz vorgesehen. Ende letzten Jahres wurde diesem ausführlichen Planungsentwurf des Büros DSGN Design Concepts zugestimmt und das heißt eigentlich grünes Licht. Eigentlich. Denn bisher scheitert es an der Finanzierung. Für den Jugendpark sollen etwa 1,6 Millionen Euro eingeplant werden, zusammen mit den Kosten für die Skateanlage liege man da bei knapp 1,8 Millionen Euro. "Doch wenn man berücksichtigt, dass es momentan in Bad Nenndorf gar keine richtigen Treffpunkte für Jugendliche im Freien gibt und der Jugendpark Angebote für alle Altersgruppen bietet, kann man die Kosten durchaus rechtfertigen. Denn Bad Nenndorf hat dringenden Handlungsbedarf, um vom Image einer "Rentnerstadt" wegzukommen", schreibt der Jugendbeirat Bad Nenndorf in seiner Stellungnahme. Zudem sei der Park in einem Umkreis von 100 Kilometern der einzige in seiner Größenordnung. Er könnte damit nicht nur für die hiesigen Jugendlichen, sondern auch für alle Hannoveraner interessant sein. "Daher sind wir überzeugt von diesem Leuchtturmprojekt für die Stadt Bad Nenndorf", erklärt Bendix Bock, Vorsitzender des Jugendbeirates. Noch in diesem Jahr soll die erste Bauphase, die Skateanlage, fertiggestellt werden. Im Bewilligungsbescheid vom September 2017 war festgelegt, dass die Fertigstellung bis zum Sommer diesen Jahres zu erfolgen hat. Allerdings wurde ein Antrag auf Verlängerung gestellt, sodass erst im Sommer damit angefangen wird. Für den Rest des Jugendparks, der dann im Gesamtpaket entstehen soll, wurde beim Land ein Antrag zur Förderung gestellt, bei dem bis zu 500.000 Euro übernommen werden könnten. Auch ein zweiter Antrag steht seit Ende letzten Jahres aus. Wird er genehmigt, könnten sogar bis zu 90 Prozent der Kosten übernommen werden. "Wir sind zudem der Meinung, dass jeder Ort das Recht darauf hat, für seine Jugendlichen attraktiv zu sein", beteuert Bock. "Auch die kleinen Ortschaften dürfen trotz eines großen Jugendparks in Bad Nenndorf nicht vernachlässigt werden. Gleichzeitig muss die Stadt aber auch Geld dafür investieren. Mit 30.000 Euro beispielsweise könnte in einer kleineren Gemeinden viel mehr getan werden als in Bad Nenndorf selbst." Foto: Stadt Bad Nenndorf

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