1. Sicherheit bei der neuen Bezahlmethode mit Karte

    Im Landkreis Schaumburg haben Kreditinstitute kontaktloses Bezahlen eingeführt / Bisher treten keine Probleme auf

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    Genauso wie moderne Autoschlüssel mit Keyless-Go Funktion und die Karten vieler Bank-institute, ist auch die neueste Generation der Sparkassen- und Volksbank-Card mit Funktechnik ausgestattet. Vielfach erkennbar an kleinen Wellensymbolen auf den Karten, reicht bei einem Bezahlvorgang ein einfaches Vorhalten vor das Zahlungsgerät in zahlreichen Supermärkten oder bei anderen Händlern aus. Die Belastung erfolgt direkt vom Konto des Besitzers. Doch warum wurde diese Zahlungsmöglichkeit eingeführt? Alleine wegen des technischen Fortschritts und aus Kundenfreundlichkeit, verrät ein Insider, der in einer Führungsposition einer Bank arbeitet. Entscheidend sei, mit anderen europäischen Ländern gleichzuziehen, die das Zahlungsformat schon länger anbieten. Der Fokus liegt primär auf der jungen Generation, die ohnehin kaum noch in eine Bank käme um Geld abzuheben. Ältere Menschen hingegen vertrauen moderner Technik seltener und würden vielfach lieber bar zahlen oder das Geld auf dem Konto verwaltet wissen, sagt der Insider. Die Gefahr des Datenmissbrauchs sei intern bekannt. Bei aller Bestrebung die Risiken zu minimieren, könne man diese aufgrund des technischen Fortschritts aber grundsätzlich nie gänzlich ausschließen, so der Fachmann weiter. Positiv beurteilt Beatrice Gregor von der Volksbank in Schaumburg die neue Technologie. "Das Bezahl-System ist sehr sicher und wurde vor der Einführung auch eingehend geprüft. Wäre es nicht sicher und vor Angriffen geschützt, würden wir es unseren Kunden auch nicht zur Verfügung stellen", sagt die Bank-Angestellte. Die Möglichkeit, dass jemand die Daten illegal auslesen könnte, hält sie aktuell für nicht zutreffend. Unterstützt wird sie bei dieser Vermutung von Jens Ostermeier von der Sparkasse Schaumburg. "Wäre es zu gefährlich, könnten wir es nicht anbieten." Die Sicherheitslage sieht der Verbraucherschutz derweil etwas anders. Dazu sagt Markus Feck, Fachanwalt für Verbraucher- und Kapitalmarktrecht: "Problematisch ist für uns die Tatsache, dass Verfügungen bis zu 25 Euro nicht autorisiert werden müssen. Hiermit ist im Fall des Verlustes der Karte ein wirtschaftlicher Verlust des Verbrauchers verbunden. Auch wenn mangels Autorisierung die Bank haftet, so bleibt der Verbraucher doch auf seinem Eigenanteil von 50 Euro sitzen." Das Risiko, das Kleinstbeträge ohne eine Pin abgehoben werden, besteht also. Doch nicht zwingend muss dies auch funktionieren. "Manchmal wird auch bei einem Einkaufswert unter 25 Euro eine Pin eingefordert, um zu prüfen, dass der Karteninhaber die Karte nutzt und kein Unbefugter", so Ostermeier. Die Volksbank Hameln-Stadthagen handhabt es so, dass es eine Höchstsumme gibt, die beim mehrmaligen Zahlen ohne Pin eingrichtet ist. Diese beläuft sich auf 100 Euro. Ist diese Summe überschritten, wird egal bei welcher Summe eine Pin eingefordert. Auch nach mehreren aufeinanderfolgenden Transaktionen ohne Pin-Eingabe muss die Zahlung mit der Pin legitimiert werden.Im Verlustfall sollte man dennoch sofort die Bank kontaktieren und die Karte sperren lassen. Sollten Schäden entstehen, haftet die Bank. Trotz der Dementi der Experten bei den Banken hat sich herausgestellt, dass ein Datendiebstahl mit umfangreichem technischen Verständnis recht simpel sei. Entsprechende Lesegeräte sind bereits für rund hundert Euro zu haben. An ein Laptop angeschlossen und beispielsweise in einem Rucksack versteckt, lassen sich die Daten theoretisch schon bei engem Beieinanderstehen in etwa Bahnen oder Menschenansammlungen auslesen. Auch die Frage nach einer Aktivierung dieser Funktion stellt sich als problematisch dar. Auf Anfrage bei der Sparkasse Schaumburg, ob diese von Anfang an freigeschaltet sei, antwortete Jens Ostermeier, dass es eine Auslieferungssperre gebe. Die entsprechende EC-Karte müsse zunächst einmal aktiv vom Kunden in Verbindung mit der Pin benutzt werden. Erst dann sei die Kontaktlosfunktion aktiv. Dazu bemängelt Markus Feck von der Verbraucherzentrale: "Dass Karten entsperrt werden müssen, ist der Normalfall. Wir bezweifeln aber, dass den Kunden bewusst ist, dass mit der Aktivierung der Karte auch die Funktion des kontaktlosen Bezahlens frei geschaltet wird." Auf Kundenwunsch kann bei der Giro-Karte die NFC-Funktion deaktiviert werden, so Ostermeier. Bei den Kreditkarten der Sparkasse ist das kontaktlose Bezahlen ebenfalls möglich, allerdings ist eine Deaktivierung der Funktion hier nicht möglich. Auch bei den Volksbanken ist eine Deaktivierung der Kontaktlos-Funktion möglich. Der Kunde kann jederzeit am Geldautomaten die Funktion ausschalten. "Gleichzeitig kann die Deaktivierung am Geldautomaten rückgängig gemacht und die Funktion wieder aktiviert werden", so Sinah Koelmann, Volksbank Hameln-Stadthagen. Um sich vor Datendiebstahl zu schützen, können Besitzer von entsprechenden Bank- oder Kreditkarten für wenig Geld bei den großen Internethändlern oder in Fachgeschäften entsprechende Schutzhüllen erwerben. Diese sogenannten RFID-Schutzhüllen schirmen die funkenden Karten innerhalb des Portemonnaies ab. Foto: ns

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