1. Über die Musik von einem verrückten Despoten

    Das Neujahrskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters startet mit Edvard Griegs Suit "Peer Gynt"

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    RINTELN (ste). Warum er gerade Edvard Grieg als Einstieg in das Neujahrskonzert mit der Peer Gynt-Suit gewählt habe, stellte sich Wolfgang Westphal als Dirigent des Göttinger Symphonie Orchesters selbst die Frage, die er sogleich auch beantwortete: "Weil es Musik über einen Despoten ist, von denen es heute in der Welt wieder viele gibt!" Westphal dirigierte feinsinnig, seine Bewegungen zeugten davon, dass er für die von ihm ausgesuchte Musik "brennt". Und dass die Göttinger Symphoniker besonders feinfühlig auf seine Taktstockspitze reagierten, versteht sich von selbst. Über Peter Tschaikowskys "Polonaise aus Eugene Onegin" ging es zu Liebesbotschaften von Johann Strauß hin zu Emil Waldteufels "Mein Traum". Eine Besonderheit Westphals bei Neujahrskonzerten ist es, dass er immer wieder auch kleine Anekdoten erzählt. Beim "Traum" war das der Fall: "Da liegt ein Obdachloser am Weserufer und dämmert so vor sich hin. Eine wunderhübsche Frau kommt in einem großen Wagen vorgefahren, bietet ihm einen Tag mit Dusche, Essen, neuen Sachen und einer Übernachtung im Gästezimmer bei sich an. Als sie dann auch noch am Abend zu ihm ins Zimmer kommt und er für sie ein Stück im Bett zur Seite rutscht, scheint das Glück perfekt: In diesem Moment wacht er jedoch auf und plumpst in die Weser!" Traditionsgemäß endete Westphal das Neujahrskonzert mit dem Radetzky Marsch.Foto: ste

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