BAD NENNDORF (jl). Mit großem Tamtam samt Sektdusche und Banddurchschneiden hat der Bürgerbusverein sein neues Fahrzeug offiziell auf die Straße geschickt. Anderthalb Jahre sind von der ersten Idee im Juni 2016 "Ein neuer Bus muss her"über Angebote, Besichtigungen und Probefahrten bis zur Einweihung des barrierefreien Kutsenits-Niederflurbusses am Freitag vergangen, wie Herbert Kruppa vor Mitgliedern und Ehrengästen skizzierte. Die Überlegung sei aufgekommen, weil der Verein in nur zwei Jahren 12.000 Euro in Reparaturen habe stecken müssen, so der Vorsitzende. Der Kilometerstand: 230.000. Letztlich fiel die Entscheidung auf den in Slowenien umgebauten VW T6. "Es gibt 50 Bürgerbusvereine in Niedersachsen, zwei Drittel davon fahren mit diesem Bus", begründete Kruppa. Die Anschaffungskosten übernahmen komplett die Landesnahverkehrsgesellschaft (65.000 Euro) und der Landkreis (30.000 Euro). Nach der Übergabe wurde das 26-köpfige Fahrerteam eingewiesen und der Neunsitzer beklebt. Dass keiner der 24 Werbepartner der Feierstunde beiwohnte, war nicht etwa dem Vergessen geschuldet. "Die werden zu unserer '10+1'-Feier im September eingeladen", erklärte der Vorsitzende das Fehlen heimischer Firmen, deren Namen mittlerweile auch den neuen Bus zieren. Kreissprecher Klaus Heimann betonte, das gerade der ländliche Bereich die Kombination aus Linien- und Bedarfsverkehr brauche: "Dieses Engagement des Bürgerbusvereins unterstützen wir gerne." Den anerkennenden Worten schlossen sich auch Bürgermeisterin Marlies Matthias ("Ihr investiert Zeit und tragt Verantwortung") sowie der hiesige Verwaltungschef Mike Schmidt an. Dieser spielte augenzwinkernd mit einer alten Fielmann-Werbung auf die finanzielle Nichtbeteiligung der Samtgemeinde Nenndorf an: "Papa hat keinen Cent dazu bezahlt." Er freue sich, der neue Bürgerbus bringe mehr Komfort auf die Straße. Seine Jungfernfahrt mit Pieter Wiese hinterm Steuer absolvierte der Bus in Begleitung seines ausrangierten Vorgängers. Schließlich sollten neben den Feiergästen auch noch reguläre Passagiere Platz haben. Ihren nächsten Einsatz hat die rollende Reserve übrigens im Lindhorster Raum, wenn der dortige Bürgerbus für einige Tage in die Werkstatt muss. "Ein Mietwagen wäre extrem teuer", sagte Chef Stefan Tölke, der den Nachbarverein besuchte. Foto: jl
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Neuer Bürgerbus wird mit Sekt getauft
Feierstunde zur Jungfernfahrt des Niederflurbusses / Für mehr Komfort auf der Straße / Gäste loben Engagement
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