1. Das Feuerwehrgerätehaus ist der dickste Brocken

    Rat der Samtgemeinde bringt neuen Haushalt auf den Weg / Kreditaufnahme über 1,1 Millionen Euro ist erforderlich

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    SAMTGEMEINDE LINDHORST (bt). Bei nur einer Enthaltung hat der Rat der Samtgemeinde Lindhorst einen ausgeglichenen Haushalt verabschiedet. Dieser ist nach den Worten von Kämmerer Jens Schwedhelm "strukturell in Ordnung". Im Ergebnishaushalt weist er bei den Erträgen und den Ausgaben jeweils knapp 6,4 Mio. Euro auf. Im Finanzhaushalt stehen sich bei den Einnahmen und Ausgaben 7,3 Mio. Euro gegenüber. Um die für das laufende Jahr vorgesehenen Investitionen ausführen zu können, bedarf es allerdings einer Kreditaufnahme in Höhe von 1,1 Mio. Euro. Der Schuldenstand der Samtgemeinde beläuft sich auf rund knapp 3 Mio. Euro und liegt damit auf gleicher Höhe mit der Verschuldung von vor acht Jahren. Allerdings, so der Kämmerer, bleiben aufgeschobene Investitionen wie die Sanierung der Hauptstraße in Beckedorf noch außen vor. Hierfür finden sich im Haushalt lediglich 44.000 Euro für die Vorbereitung und Planung. Insgesamt plant die Kommune, für die insgesamt 39 Investitionsvorhaben 1,4 Mio. Euro auszugeben. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses für die dann fusionierten Ortsfeuerwehren Lüdersfeld und Vornhagen ist mit veranschlagten 900.000 Euro der größte Brocken, den es zu stemmen gilt. 190.000 Euro sind für die Ersatzbeschaffung eines LKWs mit Kran, 50.000 Euro als Baukostenzuschuss für die Schule Lindhorst eingeplant. Die Anschaffung eines Großflächenrasenmähers schlägt mit 26.000 Euro zu Buche und 20.000 Euro wird die Sanierung des hinteren Teils des Erdgeschosses des Rathauses kosten. Der vordere Teil erstrahlt bereits in neuem Glanz. Schwedhelm rechnet in 2018 mit einer Nettoneuverschuldung von 945.700 Euro. Bleiben die Einnahmen der Kommune so wie veranschlagt, kann sich der Etat aufgrund des guten Konjunkturverlaufs noch besser entwickeln als gegenwärtig absehbar, schätzt Schwedhelm. Der Schuldenstand werde zukünftig jedoch steigen, wenn die angedachten Investitionen in Beckedorf und der Ausbau der Sachsenhäger Straße in Lindhorst verwirklicht werden. Jedoch, so schreibt der Kämmerer im Vorbericht zum Haushalt, "es ist kaum auszudenken, wie die Kommunen bei einer weniger guten Konjunkturlage dastehen würden". Es böten sich trotz guter Ertragslage kaum Möglichkeiten, Eigenkapital für anstehende Investitionen oder Sanierungen zu erwirtschaften. Vor der Verabschiedung des Haushalts hatte der Rat einstimmig die seit Jahren sehnlichst erwartete Eröffnungsbilanz beschlossen. Seit dem Jahr 2010 führt die Samtgemeinde Lindhorst, wie andere Kommunen, ihren Haushalt im Rechnungsstil der doppelten Buchführung (Doppik). Demzufolge hatte die Samtgemeinde eine sogenannte Eröffnungsbilanz mit Stand vom 1. Januar 2010 zu erstellen. Diese beinhaltet die Vermögenslage der Samtgemeinde und hilft bei Fortschreibung in den darauffolgenden Jahren den Verbrauch der Ressourcen zu ermitteln. Hierzu zählen unter anderem Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Gebäude im Besitz der Gemeinde, die Abwasserbeseitigung sowie Maschinen, technische Anlagen und Fahrzeuge. Mithilfe der erstellten Bilanz können Veränderungen in der Vermögenslage einer Kommune festgestellt und eventuell notwendige haushaltstechnische Entscheidungen getroffen werden. Allerdings, urteilt Kämmerer Schwedhelm, mit dem Zahlenwerk wird eine Kommune "gläsern". Die Eröffnungsbilanzen sind mittlerweile für alle Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde vorhanden. Die für die Samtgemeinde Lindhorst erarbeitete Eröffnungsbilanz weist eine Bilanzsumme bei Aktiva und Passiva in Höhe von etwa 16,3 Mio. Euro auf. Das umfangreiche Dokument lag dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreises vor. Dieses beschränkt sich bei der Kontrolle grundsätzlich auf Stichproben. Nach Abschluss der Überprüfung hat das Prüfungsteam der Samtgemeindeverwaltung bescheinigt, dass die vorgelegte Bilanz die Vermögens- und Schuldenlage der Samtgemeinde Lindhorst zutreffend abbildet. Foto: bt

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