1. Stark durch Gemeinschaft

    Lange To-Do-Liste für 2018: Zuversicht trotz Belastungen für den Stadtsäckel

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    RODENBERG (jl). Ein Parforceritt durch 2017 und die zukünftige Agenda, ein hausärztliches Referat und nachdenklich stimmende Worte eines Landwirts: Der Neujahrsempfang der Stadt hat gut 100 Gästen ein vielfältiges Themenmenu serviert. Persönlich begeistert hätte ihn der ehrenamtliche Einsatz der Bürger selbst, sagte Bürgermeister Ralf Sassmann rückblickend: "Die Gemeinschaft in Rodenberg macht uns stark." Aber auch die intakte Wirtschaft, Familienfreundlichkeit und gefeierten Traditionen seien wichtig. Sassmann: "Wir wollen Lebensqualität sichern und Lebensräume schaffen, für Jung und Alt." Schon jetzt ist die To-Do-Liste für 2018 lang. Neben der Sanierung der oberen Windmühlenstraße, Schafrehe und Grover Straße wird die Gottlieb-Daimler-Straße verlängert, weil sich ein neuer Gewerbebetrieb ansiedeln will. Die DRK-Tagespflege soll noch vor dem Schützenfest fertig sein und eine neue Krippe kommen. Zudem ist geplant, die Innenstadtentwicklung voranzutreiben und die Ortseingänge aufzuwerten sowie einen barrierefreie Anschluss ans Zentrum zu schaffen. Für das Wäschehaus und den Kleinen Brunnen wünschte sich der Bürgermeister vom Rat den "Mut zur Entscheidung und die nötige Weitsicht". Für das Stockholm-Gelände gibt es laut Sassmann einige Interessenten, die gerade ihre Pläne vorstellen. Froh sei er, dass es die Stadt nicht selber machen müsse. Das Geld der Steuerzahler lasse sich somit an anderer Stelle investieren. Und der Stadtsäckel wird nach Worten von Georg Hudalla in Zukunft extrem belastet. Größte Sorge bereite dem Stadtdirektor dabei die Kinderbetreuung - ein "vergiftetes Geschenk". Gebührenfreiheit sei zwar generell zu begrüßen, komme aber, so Hudallas Befürchtung, letztlich der Kommune "sehr, sehr teuer" zu stehen. Schwer im Magen liege ihm auch die Verwaltungskapazitäten fressende "Reglungswut". Wirtschaftsstärke, eine gute Siedlung, Kindersegen und das Miteinander in der Deisterstadt - diesmal sprach der Stadtdirektor nicht vom "Rodenberger Du", sondern vom "Wir"- sorgten dennoch für Zuversicht. Einen Dämpfer gab es allerdings in Sachen Schließung der Rodenberger Außenstelle für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", kritisierte Hudalla eine Zentralisierung der Notfallversorgung im neuen Klinikum Vehlen. Die sei jedoch nicht mehr abwendbar, machte der Rodenberger Hausarzt Michael Harbeck in seinem Referat deutlich: "Das ist alles in trockenen Tüchern." Als Start nannte er den 4. April. Er rief die Politik dazu auf, ihre Energie lieber in eine enge Begleitung der Haus- und Fachärzte zu investieren, "damit uns die Sitze nicht verlustig gehen". Für einen bewussteren Umgang mit seinem Berufsstand und dessen Produkten warb der Rodenberger Landwirt Jürgen Wulf. Er forderte: "Wenn ihr Lebensmittel wollt, die mit Liebe hergestellt wurden, dann müsst ihr die Menschen lieben, die sie herstellen." Zudem würden die Bauern zunehmend mit wetterbedingten Ernteproblemen und Bürokratisierung konfrontiert. Gute Sitte zum Jahresstart ist es auch, engagierte Bürger hervorzuheben und, so Sassmann, "Gesichter zu den Taten zu zeigen". Für ihren jahrzehntelangen buchstäblich blühenden Einsatz am Aueufer des Kirchdamms dankte er Ursula und Klaus Hercht. Reiner Niedenzu kümmert sich seit mehr als zehn Jahren um die Organisation der Rodenberger Runde und des Volkstrauertags. Foto: jl

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