1. Neue Tierseuche auf dem Weg

    Bauern fürchten um ihre Schweine / Milliardenschäden könnten Folge sein

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    LANDKREIS (jb). Was sich derzeit in Osteuropa abspielt, könnte bald auch Deutschland zum Verhängnis werden: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) lässt alle Bauern zittern und um ihre Tiere fürchten, denn sie ist nur noch wenige hundert Kilometer von der Grenze entfernt. Ein Ausbruch in Deutschland würde Millionen Wild- und vor allem Hausschweine bedrohen. Die in Deutschland anzeigepflichtige Krankheit wird durch Viren ausgelöst, die von Wildschweinen, beziehungsweise durch das infizierte Blut und Sekrete, auf die Hausschweine übertragen werden. Die Krankheit endet in 90 Prozent der Fälle tödlich. Für Menschen und andere Haus- und Wildtiere ist sie allerdings ungefährlich, auch wenn das Fleisch infizierter Tiere gegessen wird. Infizierte Tiere lassen sich durch schwere Symptome ausmachen, die allerdings nur sehr unspezifisch sind: Fieber, Atemprobleme, Schwäche, Fressunlust und Bewegungsstörungen sowie Blutungsneigungen. Ursprünglich war die gefährliche Tierseuche in Afrika beheimatet. Vor zehn Jahren wurde sie allerdings bei Wildschweinen in Georgien und Russland entdeckt. Seitdem breitet sich die Seuche in Europa aus. Eine Ausbreitung in Deutschland würde erhebliche wirtschaftliche Folgen mit sich ziehen. Bricht die Seuche in einem Betrieb aus, muss der gesamte Bestand getötet werden. Denn Medikamente oder andere Mittel gegen die Seuche gibt es nicht. Ist sie erst einmal da, ist sie schwer zu bekämpfen. "Die möglichen Schäden für die Agrarwirtschaft bei uns in Deutschland würden dann etwa bei zwei Millionen Euro pro Jahr liegen", warnt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Der Betrag könnte auch schnell in die Milliardenhöhe schießen, wenn man zum Beispiel die Kosten für die Seuchenbekämpfung mit einberechnet. An Lkw-Fahrer werden derzeit kleine Zettel verteilt, die darauf hinweisen, keine Essensreste wegzuwerfen. Im Landkreis wird man auch entlang der A2 viele vom Landvolk aufgestellte Hinweisschilder an Park- und Rastplätzen entdecken. Die Erreger können nämlich auch durch Fahrzeuge, Schuhe oder Kleidung übertragen werden. Daher sind nicht nur Landwirte, Tierärzte und Jäger sondern auch die Bevölkerung und allen voran Reisende aufgerufen, das Risiko eines Eintrags zu minimieren. Mit einem umfangreichen Sofortprogramm sollen die Hausschwein-Bestände vor der Afrikanischen Schweinepest geschützt werden. Das Land Niedersachsen rechnet hierfür etwa 3,5 Millionen Euro ein. Doch vor allem soll der Wildschweinbestand durch intensive Jagd reduziert werden. Jäger sollen eine sogenannte "Abschussprämie" erhalten und damit motiviert werden, mehr Wildschweine zu erschießen. Denn je größer der Bestand der Tiere, desto größer ist das Risiko, dass die Seuche ausbricht. Foto: privat

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